Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
354
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euer Rcligionseifer, uud eure Einsichten, in denen ihrbeyde so große Vorzüge habt, verbunden mit dem eis.rigsten Bestreben zu dem Vorgesetzten Zwecke, dem gan.zen Geschaffte einen Ausgang geben, die zu Gottesund der Kirchen Ehren, und unsers Kaisers Ruhm ge-reicht. Findet sich zur Zeit der Erbitterung keiner,der auf Aussöhnung dringt, der durch seine Vorstellun-gen die Hindernisse heben kann, so wird die Sachsselbst einen andern Gang nehmen, und das, was itztnoch unbeschädigt ist, sich verschlimmern.

Antwort Eberhards von Bamberg an dmCardinal Heinrich.

Ich habe euer Schreiben mehr als einmal durch-lefen, und mich nicht genug über das Ach und Wehverwundern können, wovon ihr mir schreibet, und wel-ches mir doch bis dahin ein Geheimniß war. Ichforschte aber nach,, und fand was ich wollte, was mirvielen Schmerz verursachte, und bey Gott! auch nochitzt äußerst kränkend ist. Ich hörte es, ward bestürzt,und in Trauer versenkt. Alle meine Glieder zitterten,die Haut hieng an meinen Gebeinen. Ich sah gar zudeutlich, Daß ein feindselig Gesinnter unter den gutenSamen, und auf euren guten Rath., den ich mir garnicht anmaße, Unkraut gesäet habe. Alles Böse kamaus einer guten Quelle her. So wie es in der heiligenSchrift heißt : Der Herr hat die Gefäße des Todesbereitet, und die feurigen Pfeile geschmiedet, eben sofindet man in den kaiserlichen Handlungen, Wortenund Schriften, vieles, welches einige irre führt, andereerbaut. Wenn man die Jahrbücher nachschlagt, sowird man kaiserliche Beweise finden, welche ganz imTon jener alten Zeiten der Gutherzigkeit und Einfaltgeschrieben sind , wo man beym Sprechen weder die