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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
347
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ge der Beschneidung Christi, stürzte der gesegnete Kelchwährend der Priester das Hochamt verrichtete, vor al-ler Augen um, und der Wein ward verschüttet, daßauch nicht ein Tropfen übrig blieb. Diesen Vorfall erklär-te der Bischofs als eine üble Vorbedeutung, und riethdurch Fasten und Beten die göttlichen Strafgerichteabzuwendcn. Um dieselbe Zeit bezeugten glaubwürdi-ge Personen, sowohl Geistliche als Weltliche, gewissevicrsüßige Ungeheuer und andre dergleichen Erscheinun-gen zu Nachtzeit in der Luft gesehen zu haben. Füch-se, Hasen und andre wilde Thiere, giengen, als wennsie zahm wären, in die Kirchen und Klöstergebaudeund ließen sich mit Stricken fangen. Kinder triebenvst ihr Spiel damit, daß sie in Processionen durch dieStraßen zogen, und Litaneycn absangen, unbewußtwie nahe die Zeit sey, da aus dem Spiele Ernst wer-den sollte. Im folgenden Jahr wurde der Ort, woman den Dom und den bischöflichen Sitz erbauen woll-te, von einem Blih angczündet. Eulen, Uhu, undKäutzlein heulten das ganze Jahr hindurch von denDächern herab. Kobolde, die man Satyrcn nennt,hörte man säst in allen Häusern. Der jetzige Bischofsund Nachfolger Otto's ist Albert, von dem sich Frey-singen alles Gute verspricht.

In demselben Jahre (1159) gieng auch die schö-ne prächtige Kirche zu Speyer in den Flammen auf.Die cingestürzte Mauer soll dabey viele Menschen zer-schmettert haben. Auch fallt in diese Zeit der TodFriedrichs Crzbischoffs von Cöln, nachdem er noch nichtvöllig drey Jahre die bstchöffliche Würde bekleidet hat-te. Sein Fleisch und Eingeweide wurde in Pavia vey»gesetzt, seine Knochen aber nach Cöln gebracht. Erwer ein edler, gelehrter Mann, dessen menschenfreund-licher Charakter ihm weit und beert alle Achtung vcr-