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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
333
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unterdrückte Freyheik wiederherstellt, und jenen Aus-spruch: wachset, vermehret euch, und herr-schet über die Fische im Meer und überdie Vögel in der Luft, in Erfüllung bringt.

Wie viele Tyrannen haben nicht ehedem überdich geherrscht, Italien! die gerade das Gegentheilvon dem thaten, was dieser Spruch lehrt. Sie un-terdrückten den Guten, den Weisen, der als ein ver-nünftiges Geschöpf seine Vernunft brauchen wallte.Sie nahmen nur Bösewichter, Räuber, Wollüstlingein Schutz. Es gab Zeiten, wo wir unter dem Jochder Ungerechtigkeit, Grausamkeit und Unterdrückungseufzten. Da ward kein Unterschied zwischen Schul-digen und Unschuldigen. Der Reiche wurde, ohneein Verbrechen begangen zn haben, vertrieben, obrig-keitliche Würde, und geistliche Aemter auf eine schänd-liche Weift besetzt, und alle Greuel einer gesetzlosenRegierung unter unfern Augen verübt.

Wir dürfen uns also freuen und Gott danken, daßnach so trüben Tagen uns endlich die heitre Sonnedes Friedens erscheint, daß Ihr, unser allerdurch,lauchtigster Herr, euer Reich lieber durch Gerechtig-keit erhalten, als durch Ungerechtigkeit erweitern, undmit dem Blute der Unterthanen bestecken wollt. Be-herrschet erhabenster Kaiser! die Fische des Meeres,und die Vögel des Himmels. Denn auch das gött-liche Gericht widersteht den Hoffärtigen, den Demü-thigen aber giebt es Gnade.

Was die Absicht betrifft, weswegen ihr hier feyd,so wißt, daß das ganze Reckt des Volkes in Abfasungdir Gesetze euch überlassen ist. Das Recht beruhtauf eurem Willen, nach dem Ausspruch: was demFürsten gefällt, hat die Kraft der Gesetzes,

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