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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
332
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daß ,'ch es durchaus als Nothwendigkeit erkenne,solche in Vereinigung mit euch auseinander zu sehen.Es sey nun von euren oder unsren Rechten die Rede,so muß Key ihrer Bestimmung darauf gesehen werden,ob sie anständig, gerecht, möglich, nothwendig, miß.lich, Zvit und Ort angemessen seyn. Daher ist sowohl«ns als euch, bey Festsetzung derselben die größte Vor-sicht nöthig. Denn sind die Gesetze einmal da, sosteht es uns nicht mehr frey, über sie zu urtheiken,sondern wir sind gezwungen nach ihrer Vorschrift zuverfahren.

Dieser so kluge als hinreißende Vortrag erregteallgemeine Bewunderung, da ihnein unstudierter Mannhielt, der noch dazu kaum über das jugendliche Alter. hinaus war. Einer nach dem andern trat auf, zuerstdie Bischöffe, dann die Landesfürsten, endlich die Con-suln und Deputirte der Städte, wie es bey ihnenSitte ist , um diesen ganzen Tag hindurch bis in dieNacht hinein Reden zu halten , welche man entwederals bloßen Prunk, oder als ein Bekenntniß ihrer Ach-tung gegen den Kaiser ansichen kann. Ich will hieranstatt alstr die Rede des mayländischen ErzbischoffsHerjetzen.

Dieß ist der Tag, sprach er, den der Herr ge-macht hat, laßt uns an demselben fröhlich seyn undjauchzen. Ja ein Tag der Gnade ist er, ein Tag derLust. Denn an ihm erscheint der allergnädigste Fürst,der berühmte Held, der friedliebende Sieger, mittenunter seinem Volke, nicht um mit Krieg und Tyran-nei) zu schrecken, sondern um Gesetze des Friedens zubestimmen. Nach vielen Jahrhunderten ist ItalienkndliG so glücklich, einem Fürsten zu gehorchen, derns als Menschen, ja als seine Brüder betrachtet. Ihrsend es, alierdurchlauchcigster Kaiser, der die alte längst

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