Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
326
Einzelbild herunterladen
 

ger sich des königlichen Schlosses Garda bemächtigt,und wollte es durchaus nicht zurückgeben. Er undseine Rotte wurden also für Feinde erklärt, und unterdiesen befanden sich mehrere Veroneser. Nun giengFriedrich unvermukhet unterhalb Verona über die Etsch,durchzog ihr Gebiete, das lange Zeit keinen Feind ge-sehen hatte, ließ verheeren, die Schlösser niederreis-sen und in die Asche legen. Dieß war ganz recht ge-handelt, um die Rebellen in Schrecken zu setzen, unddiejenigen, welche mit ihnen gemeinschaftliche Sachegemacht, vor weiterm Schaden zu bewahren. Hieraufgieng er wieder wie vorher durch die Etsch, ohne einFahrzeug oder Brücke nöthig zu haben. scheintals habe die Natur alle ihre Kräfte aufgebochen, umjede Absicht des Kaisers befördern zu helfen. Die Witte-rung war durchaus günstig, der Boden fruchtbar, unddie Flüsse beynahe versiegt. Eben dieser Umstand be-wirkte auch noch eine andere glückliche Unternehmung.

Um die Zeit da alle Städte Geisseln stellten, giengOtto Pfalzgraf von Bayern, um dieß Geschäffre zubetreiben, mit einem Theil des Heers nach Ferrara,paßirte den Po an der Stelle, wo er sich theilt, ohnedabey Schiffe zu gebrauchen, und überraschte die Stadtso plötzlich, daß er im Stande war, alles nach Wunschcinzurichten, und micvierzig Geisseln zurückzugehen. DieStärke von Ferrara bestand eben in dem wasserreichenPo, der hier unzugängliche Sümpft bildete, auf wel-che die Einwohner nicht wenig trotzten. Es war fastundenkbar, daß man ihr etwas würde anhaben kön-nen, und daher mußte jene so glücklich beendigte Un-ternehmung um desto mehr Eindruck auf die benach-barten Städte machen.

Als