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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
324
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mich aus der traurigen Nvthivendigkeit gerissen, siehär-ter zu behandeln. Haktet ihr vom Anfang an so ge.hanoelc, so würdet ihr kein Uebel erduldet, sondern sehrviel Gutes genossen haben. Weil es aber der göttli-chen Ordnung gefallen, daß ihr die Macht und dieGnade des Reichs fühlen solltet, so müßt ihr euch be-mühen, eure Vergehungen recht bald wieder gut zumachen, und euch dieselben gereuen lassen. Man kannmich leichter durch Gehorsam als durch Krieg besiegen.Jeder, auch der Feige, kann einen Kampf anfangen,der Ausgang aber beruht auf dem Sieger.

Hierauf antworteten sie nur weniges in demüthi«gen Ausdrücken. Sie hätten, sprachen sie, nicht ausfeindseliger Absicht, nicht gegen das Reich die Waffenergriffen, sondern blos, weil sie es nicht zugeben wollten,daß ihr von ihren Vorfahren durch das Recht desKrieges erworbenes Gebiete von ihren eigenen Lands-leuten verwüstet würden. Uebrigens wollen sie, wennsie Gnade erhielten, dahin streben , daß sie frey von al-ler Furcht des Kaisers Huld und Gewogenheit, invollem Maaß genössen.

Es wurden ihnen die Punkte des angeführtenVertrages vorgelesen, und einstimmig angenommen.Hierauf erfolgte die Begnadigung, und zum Zeichendes Sieges steckte man die Kaiserliche Fahne in derStadt auf.

Im Lager so wohl als in der Stadt war nunalles voll Freude. Die Gefangenen zogen in einemlangen Reihen zu den Füssen des Kaisers. MitFreudenrhränen wurden sie von ihren Freunden undBekannten ausgenommen. Ihr bleiches Gesicht, ihrschmutziger Anzug und ausgemergelter Körper erregtebey allen denen, die sie als blühende Jünglinge gekannt

hatten