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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
323
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aufgehoben werden, und der Kaiser wird die Maylän-der mit aller Schonung behandeln.

12) Der Mayländische Staat wird die genann«ten Bedingungen treulich, sonder Trug und Arglist hal-ten, es sey denn, daß ein sehr gültiges Hinderniß ein-trece, oder der Kaiser entweder selbst oder durch seineGesandten oder daß sein Nachfolger etwas daran Nach-lassen sollte.

iz) Die verlangte Summe Geldes mögen dieMayländer von denen einsammlen, die mit ihnen ver-bunden zu seyn pflegten , ausgenommen die Comaner,Lodenfer und diejenigen aus der Grafschaft Solferi-no welche neulich dem Kaiser gehuldigt haben.

Nachdem diese Friedenöbedingungen von beydenTheilcn angenommen waren, mußte Mayland vor derReichsversammlung erscheinen. Erst kam der Erz-bischoff, dergesammteCleruS, und die Geistlichkeit, mitvvrgewagenen Crucifixen, barfuß, in einem sehr demü-thigen Aufzuge. Ihnen folgten die ConsuleS und dieGroßen der Stadt, ebenfalls in schlechter Kleidung,barfuß und bloße Schwerdter am , Nacken tragend.Es war ein großes und rührendes Schauspiel. Jenevorhin so stolzen übermüthigen Menschen erschienenjeßc bebend und tiefgebeugt; eine Veränderung, dieselbst an einem Feinde Mitleid erregen mußte. Imkaiserlichen Heer entstand ein solches Gedränge, daßselbst der Kaiser und die Fürsten kaum durchkommen,und einen Platz erhalten konnten.

Friedrich schenkte den Mayländern einen holdenBlick, und sprach ihnen Muth zu. Gorr, sprach er,hat eine so berühmte Stadt, ein so großes Volk dahinvermocht, den Frieden für den Krieg zu erwählen, und

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