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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
319
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gewitter noch nicht in vollem Mache ausgebrochen ist.Wir Haber, alles von der Gnade des Kaisers zu erwar-ten, der seinen Zorn nicht bis aufs äußerste treibenwird, wenn wir es nicht aufs äußerste ankommen lassen.Bieren gleich unsre Festungswerke jedem Feinde Hohn,so werden doch in kurzer Zeit Hunger und Pest unsaufgerieben haben. Bedenket doch eure Söhne, Wer-ber und Eltern, die in kurzer Zeit, wenn ihr eurenSinn nicht ändert, Krieg oder Hunger aufreiben wird.Glaubt nicht, daß Verzagtheit aus mir spreche. DieVorstellung des Elends zwingt mich dazu. Ich bin be-reit für meine Landsleute, für meine Vaterstadt zu ster-ben. Gerne wollt ich für euer Heil mein Leben auf-vpfern."

Sein Vorschlag wurde von einigen angenommen,von andern verworfen. Jedoch hakte der Entschluß dendie gesunde Vernunft eingab, endlich das Uebergewicht»Man wurde also darüber einig, zuerst Mit dem Königvon Böhmen, und dem Herzog von Oesterreich Unter-handlungen zu pflegen, die sich auch, nebst andern Für-sten, als Mittelspersonen bry dem Friedensgeschäffte ge-brauchen ließen. Friedrich war zu gnädig, zu mensch-lich gesinnt, um nicht einer ganzen Stadt seine Huldangedeyhen zu lassen. Er trug die Sache dem ganzenFürstenrathe vor, und da sich diese sogleich bereitwilligdazu fanden, so wurde folgendes Friedensinstrument auf-gesetzt.

Im Namen Jesu Christi.

Dieß ist der Vertrag, durch den die Maykändeedie Gnade des Kaisers wieder erlangen undbehaupten werden.