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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
318
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dem Wechsel des Glücks unterworfen ist. Es' hat sichgewendet. Wohlan, laßt uns seinem Rathe folgen.Wer jetzt den Boden berührt, kann hernach wieder biszu den Sternen gelangen.

Freyheit, wird man mir einwenden, ist ein unschätz-bares Gut. Schon ist, fürs Vaterland zu sterben.Ich gesteh es ein, daß dieß bey Gründung des Staatesgilt. Wenn aber Unterthanen, die schon seit langer Zeiteinen Oberherrn anerkannt Haben, das Joch abschüttelnwollen, so sind sie nicht Verfech ter der Freyheit, sondernstürzen sich unverantwortlicher Weise in den Tod. Esist ein unverbrüchliches Gesetz, das dem unvernünf-tigen Thieren so wohl als den Menschen vorgezeich-net ist: weiche dem Mächtigem: laß dem den Sieg, derin den Waffen der Stärkere ist. Wer der Geaaltwidersteht, widersteht der göttlichen Ordnung. Wiealso? wenn ihr nun nicht dem Kaiserallein, sondern auchGott entgegen handeltet? Es ist freylich schwer nacheiner langen Ruhe, und durch den Genuß der Freyheitverwohnt, Zaum und Gebiß zu tragen. Doch kann dieWürde des Reichs, die Hoheit des Regenten euch fürdie Schmach der Unterwerfung entschädigen. UnsreVäter und Vorfahren, besser als wir, standen unsgewiß nicht nach, übertrasen uns vielmehr an Treue,Redlichkeit, und allen den Tugenden, durch die sienach Ruh nie, Ehre, und Freyheit strebten. Dessenungeachtet konnten sie nicht dem deutschen Scepter wi-derstehen. Denkt nur an die deutschen Kaiser Carlden Großen, und Otto den Ersten.

Schon deswegen, ohne auf das Ungemach desKrieges zu sehen, das ihr bereits erduldet habt, wärees das Rathsamstek anders Sinnes zu werden, daeuch noch der Weg zum Heyl offen steht, und das Un-

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