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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
317
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Elends zu einem Schritt zu bewegen, der allein ihrVaterland noch retten könne. Graf Guido von Blan-derat war es, der durch seine hinreißende Beredsamkeittiefen Vorschlag durchsetzte. Er war ein gebohrnerMayländer, und hatte sich bey den ganzen Streite ei-ner so weisen Mäßigung bedient, daß weder der Kai-ser noch seine Landsleute ihn in einem bösen Verdachthatten. Die Rede, welche er an die Versammlunghielt, war folgenden Inhalts:

Ich habe es jederzeit für meine Pflicht gehal-ten, mich als einen treuen Bürger eurer Republik zu er-weisen, und unserm Staate die feste Dauer zu wün-schen, die zum weitern Emporkommen desselben dient.Von Jugend auf Hab ich so viele Beweise eurer Huld ge-noßen, daß ich mich zu schwach fühle, sie dankbar genugzu erwiedern, wenn ihr nicht selbst die Aeusierungen ei-nes guten Willens mir zum Verdienst angerechnet hat-tet. Ich sordre euch alle zu Zeugen auf, ob ich nichtWahr-heit rede. Deshalb fürchte ich in der gegenwärtigenSache, derenthalben ich spreche, keine Vorwürfe voneinem Gutgesinnten zu hören, sollte ich auch mit ihmganz verschiedener Meynung seyn. Ich befinde michin einer Lage in der ich seyn muß, um unbefangen ineiner so kitzlichen. Angelegenheit urtheilen zu können.Mich verleitet weder Haß noch Freundschaft, weder Zornnoch Mitleid, die Wahrheit zu verlassen.

Eure Würde, Ruhm, und Glück standen bisherauf einer Höhe, wo sie durch nichts verdunkelt jedem indie Augen leuchteten. Eure Thaten waren in der gan-zen Welt bekannt. Allein auf der höchsten Stufe desGlücks hätten wir uns am wenigsten eine unerlaubteFreyheit herausnehmen sollen. Wir wissen, wie viel Kö-nige Mayland auf dem Thron befestigt, wie viele vomThron gestoßen hak; aber ww wissen auch, daß alles