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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
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Seite
311
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hier nicht allein Gelegenheit sich hervorzuthun, son-dern auch Nebenbuhler, mit denen er wetteifern konnte.

Eines Tages bemerkte PfalzgrafOtto von Bayern,daß das Thor welches er bloqm'rt hielt, nur mit weni-gen Posten besetzt sey. Dies' Nachläßigkeit des Feindesmachte ihm Lust, hier einen Streich, zu wagen. Indieser Absicht befahl er seinen Rittern, sich ohne Ge-räusch gegen Abend zu rüsten, und die Knechte mußtenFackeln und dürre Reißer in Bereitschaft halten, mitdenen man auf ein gegebenes Zeichen Hervorbrechen undwo möglich Thor und Brücken in Brand stecken sollte.Dieß geschieht, auf einen Wink der Ofsiciere bre-chen die Truppen auf, stürzen sich schnell auf dieVestungswerke bey der Brücke, wo sie in der größten* Geschwindigkeit Feger anlegen. Es dauerte nicht lan-ge , so standen auch schon die Werke in Flammen.

Die Einwohner geriethen darüber in ein unbe-schreibliches Entsetzen, unh zitterten nicht hlos für dieBrücke und das Thor, sondern auch für die Stadt, diebey dieser Gelegenheit sehr leicht ein Raub der Flammewerden konnte. Es erhob sich unter ihnen ein ängstli-ches Geschrey und ein verwirrter Zusammenkauf, in-dem sich Bewafncte unter Unbewafnete mischten, umdem Feuer Einhalt zu thun. Das Gefecht wurde vonbeyden Theilen mit gleicher Lebhaftigkeit geführt. DerBrand von den angezündeten Werken, und die Flam-men der Fackeln erleuchteten das Dunkel der Nacht.Waffengeklirr, Aechzen der Verwundeten, und wildesSchreyen durchtönte die Lust. Graf Otto, und seineBrüder, Friedrich und Octo, legten Proben der Tapfer-keit ab, die selbst der Feind an ihnen bewundernmußte. Erst die tiefe Nacht schied die Kämpfendenvon einander. Von beyden Seiten wurden viel ver-wundet , die Finsterniß aber verhinderte, daß Las Mor-

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