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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
274
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Dieß allez zusammen erregte jetzt einen Tumultunter den Reichs-'ürsten, der immer größer ward. End-lieh stand einer von den Legaten auf, und goß, so zusagen, vollends Oehl ins Feuer.Von wem, sagteer, bat denn der Kaiser daö Kaiserthum, wenn er esnicht von dem Pabste hat?" Dieser Ausdruck setztedie Anwesenden in eine solche Wuth, daß Otto, Pfalz-graf von Bayern, wie man erzählt, sem Schwertzog, um dem Legaten den Kopf zu spalten. Friedrichbesänftigte zwar durch sein Ansehen die ausgebrachtenGemüther, die Legaten aber mußten sich unter einemsichern Geleite in ihre Wohnungen flüchten, und denfolgenden Tag in aller Frühe abreisen. Laut eines kai-serlicher Befehls durften sie unterweges weder auf denSprengeln der Bischöfe oder Aebte einsprechen, nochirgend einen Umweg nehmen, sondern mußten die geradeScraße nach Rom verfolgen.

Sie gierigen also unverrichteter Sache zurück. DerKaiser hingegen ließ das gelammte Reich von der gan-zen Verhandlung wohlbedachtig durch ein Circular-schreiben benachrichtigen, welches folgendermaßen lautet.

Da uns die göttliche Macht, von der alle Ge-walt im Himmel und auf Erden abhangt, zum Be-herrscher des Reichs eingesetzt, und uns bestimmt hat,den Frieden in der Kirche durch die Macht des Kai-serthums aufrecht zu erhalten: so müssen wir Ew. Lieb-den mit vieler. Rührung klagen, daß vom Haupte derH. Kirche, die doch von Christus den Geist des Frie-dens und der Liebe empfangen hat, der Saame derZwietracht und das Gift einer pestilenzialischen Seucheausgestreut wird, von welchem wir Verunreinigungdes ganzen Körpers der Kirche, Trennung der Einheit,und Zwiespalt zwischen der weltlichen Macht und demPriesterthum zu befürchten haben."