Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

beugt, aber des Unterdrückten schont, und keinen schnel-len von Gott verliehenen Sieg unuöthiger Weise mitMenschenhluk befleckt.

Bokeskaus kam also im Bisthum Posen zumKaiser, that einen Fußfall , und erhielt, auf Vermitt-lung der Fürsten, unter folgenden Bedingungen, Gna-de. Zuerst schwur er für sich und alle Pohlen, daß dieVertreibung feines Bruders nicht aus Geringschätzungdes römischen Reiches geschehen sey. ZweytenS ver-sprach er fein bisheriges Ausbleiben vom Reichstage,und die unterlassene Belehnung der Lande dadurch zubüßen, daß er dem Kaiser zweytausend Mark, den Für-sten halb so viel, der Kayserin zwanzig Mark in Golde,und den Hofbeamten zweyhundert in Silber bezahlte.Drittens gelobte ex, einen Feldzug nach Italien mitzu-machen, und viertens machte er sich anheischig, dienächste Weynachten auf dem Reichstage in Magdeburgzu erscheinen, um dort nach dem Urtheile der böhmi-schen und polnischen Magnaten sich über die Vertrei-bung seines Bruders zu rechtfertigen.

Nachdem jener nun den gewöhnlichen Eyd der Treu»abgelegt, und für die Erfüllung seiner Zusage, ausserandern Edeln, seinen Bruder Casimir als Geißel über-geben, kehrte der Kayser siegreich nach DeutschlandZurück. Der Erfolg aber lehrte, daß der polnischeHerzog nicht die geringste Lust bezeugte, sein gegebnesWort zu halten; denn er erschien weder auf demReichstage, noch schickte er Abgeordnete mit hin-länglicher Vollmacht, noch machte er den rersprochnenFeldzug nach Italien mit.

Nicht lange nachher trafen Gesandte aus Constan-tinopel mit Geschenken in Würzburg ein. Der Vor-trag aber, den sie thaten, hatte einen so sichtbaren c n-

si.-ch