Erstes Btt ch.
2bz
Vilanz Deutschland war ißt durch Friedrichs weise Ein-richtungen zu einer ungewohnten Ruhe gelangt. Lan-ge Zeit hatten Privatkriege das Jnnre des Reichs zer-rüttet, bis endlich der Friede erschien, der dem gan-zen lande gleichsam eine andre Gestalt gab. Die Men-schen schienen verwandelt, der Boden umgeändert, devHimmel milde und sanfter geworden zu seyn. Fried-rich aber mißbrauchte diese Ruhe nicht zum Müßiggän-ge, oder um im Genuß der Wollüste zu schwelgen.Er hielt es für unwürdig, seinen so oft geprüften Hel-denmut!) in träger ttnthätigkeit, ohne Gewinn für dasReich, erschlaffen zu lassen. Daher kam es, daß erim Anguss des Jahrs n 57 einen Feldzug nach Pohlenunternahm,
Pohlen, welches ißiger Zeit stavifche Völker be-wohnen, hat nach Angabe der Geographen im obernDeutschland gegen Abend die Oder , gegen Morgendle Weichsel, ger-en Norden Rußland und das scythi-sche Meer (die Ostsee) gegen Mittag die BöhmischenWälder zur Grenze, Das Land selbst ist von Natursehr wohl verwahrt. Seine Einwohner sind sehr krie-gerisch, leben ohne Culkur,^und werden durch dieBarbarei) ihrer Nachbarn noch mehr verwildert. Mansagt nemlich, daß an der. Küste der Ostsee Menschenwoynen sollen, die sich, wenn sie der Hunger zwingt,untereinander selbst aufzchren, und sich blos mit Ja-gen und Morden beschäftigen, weil der«, ewige Winter,der in ihrem Lande herrscht, fast allen Ackerbau unmög-.
R 4 sich