sondern nur aus anderer Munde ungewisse und un- ^zusammenstimmende Naa-rlchren schöpfen, treten mitmit erborgten Rednerschmucke auf. Diejenigen aber,welche so als Augenzeugen erzählen, verstoßen aus Vor-liebe für den siegenden Fürsten, oder aus Haß gegendie Ueberwundenen , gern wider die Wahrheit. .
Ich schätze mich glücklich, daß ich von beydenFehlern gleich weit entfernt bin. Ich habe mich weder M!»durch falsche Gerüchte irre führen, noch durch Partey-lichkeit gegen den Fürsten oder meine Nation zu Un- Z,, iLWahrheiten verleiten lassen. Aber Nachsicht muß ich -liichvon dem geneigten Leser in so weit erbitten, als er denauffallenden Contrast zwischen dem geschmackvollen Wer- ^jB!>!
ke, dessen Fortsetzer ich bin, und meinsr dürren Gei-steSarbeit bemerkt. Mein Hauch— ich gesteh' es — ^ ^
ist schon für eine kleine Flöte zu schwach; wie wollte ecdann aus der Posaune meines Vorgängers jene rAnenschmetternden Töne hervorlocken, mit denen dieser ent- , ^zückte. Jedoch hoffe ich die Mängel der Schreibartdurch ungeschminkte Wahrheitsliebe zu verbessern.
Euch also fordere ich auf, mein Werk zu prüfenund zu beurtheilen, da ihr auf dem Posten, den ihr ^bekleidet, von allen Begebenheiten am besten unterrich-tet seyd: euch ersuche ich, jeden Fehler auszumerzen, HM
und das Ueberflüssige eben so gut auszuschnciden, als ^ >D
da, wo ich zu kurz bin, mich zu ergänzen. Ohne eu- tzM
re Hülfe würde ich der Arbeit unterliegen, und mich Mer
vergebens an die Geschichte eines Kaysers gewagt ha- ^ ^
den, der selbst die Schranken der Zeit durchbrochen zu A '
haben scheint. Weit und breit trug er über den Erd- ^
kreis seine Waffen, und war so groß im Krieg undim Frieden, daß jeder der seine Thaten ließt, nicht die ^Geschichte eines Einzelnen, sondern mehrerer Königeund Fürsten beysammen zu finden glauben muß.
Erstes