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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
229
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An dieser Empörung hatte ein gewisser ArnoldVon Brescia sehr vielen Antheil, der unter dem Deck-mantel der Religion, oder, um mich eines biblischenAusdrucks zu bedienen, als ein Wolf in Schafsklei-dern, durch verführerische blendende Lehren das unwis-sende Volk bethörte. Er stammte aus Brescia, wardaselbst Cleriker und Lector, und hatte unter PeterAbailard studirt. Er hatte einen guten Kopf, dochbestanden seine Vorzüge mehr in einer schwelgerischenBeredsamkeit, als in gründlichen Kenntnissen. Erwar ein Sonderling, der nur immer nach dem Neuenhaschte; und Menschen dieser Art sind gar zu gerne ge-neigt, Kehereyen und Trennungen zu erregen. Als ervon der Universität zurückkam, legtx er, um seinen Be-trug desto sicherer zu spielen, geistliche Kleidung an,und fiel ohne Schonung mit seinem Tadel über allesher. Er schmälerte das Ansehn Der Clerisey und Bi-schöffe, verfolgte die Mönche, und schmeichelte nurden Layen. Kein Cleriker, sagte er, der ein Eigen-thum, kein Bischofs der Regalien, kein Mönch der Be-sihungen hat, kann auf irgend eine Weise seelig wer-den; dies alles gehöre dem Fürsten, und dürfe von des-sen Freygebigkeit nur zum Gebrauch der Layen bewil-ligt werden. Ausserdem soll er vom Sacrament desAltars und der Kindertaufe falsche Begriffe gehabthaben.

^ Ich würde zu weikläuftig werden, wenn ich alle

W'' seine Streiche aufzählen wollte. Kurz er verhehte dieohnehin schon gegen die Geistlichkeit aufgebrachten Layen_ in dieser Gegend, Durch boshafte Auslegung zder heil.

Schrift, und trieb den Unfug so weit, daß ihn der Bi-^ schoss und die Religiösen von Brescia auf dem unterJnnocenz gehaltenen großen Concilium zu Rom.ver-ulk klagten.

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