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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
228
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Drey Wochen nach Ostern, im April, geschah-ie Uebergabe der Stadt, die sogleich geplündert, zer.stört und verbrannt ward. Nur die Einwohner wur-den durch des Fürsten gnädigen Willen beym Leben undFreyheit erhalten. Bey der Gelegenheit wurde auch einvornehmer Grieche befteyt, den Opiß Malaspina inein hartes Gefängniß auf der Burg einer Geltzforde-ning wegen hatte sehen lassen. Es war ein jammer-voller Anblick, wie die armen Einwohner aus ihren Lö-chern, wie aus Todtengniften, in Leichenähnlicher Ge-stalt hervorkrochen.

Nach erhaltenem Siege zog Friedrich triumphi-rend in Pavia ein, wohin ihn die Bürger eingeladenhatten. Hier wurde er am Sonntag Jubilate, in derKirche des heil. Michael, wo das alte Schloß der Lon-gobardischen Könige stand, gekrönt, und hielt sich dreyTage ln dieser Stadt auf, wahrend welcher viele kostba-re Feyerlichkeiren von derselben veranstaltet wurden.Von hier gieng er über Piacenza nach Bononien, woer die Pfingsten feyerte, und dann den Theil Italiens,der jeht Tuscien heißt, betrat. Den Pisanern, die imBesch vieler Inseln und Seestädte find, gab er Befehl,Schiffe gegen Wilhelm von Sicilien auszurüsten. Umdieselbe Zeit erhielt Anselm, Bischoff von Havelburg,der aus Griechenland zurückgekommen war, durch Wahldes Cleruö und Volks das Erzbißthum von Ravenna,und zugleich als Belohnung für seine treflichen Dien,ste das Exarchat derselben Provinz.

Bey Viterbo kam ihm der Pabst Adrian mit sei-nen Cardinälen entgegen, und trug ihm die Beschwer-den gegen das römische Volk vor, von welchem die Päb-ste, seit der eingebildeten Wiederherstellung der Senator-würde, manches Herzeleid hatten erdulden müssen.