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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
225
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durch irgend ein Recht zu ihren Fehlern zu verpflichten.Wenn ich des Menschen Natur liebe, so kann ich diezufälligen Mangel derselben hassen. Beweißt jemandaus dem obenangeführken Spruche des Weisen oderPsalmisten, daß gute oder böse Gesellschaften zu Tugen-den oder Lastern verleiten, so kann dieß nicht so ganz all-gemein gelten, sondern als eine Regel die unter Um-ständen Ausnahme leidet. Auch gilt das Beyspiel vomPech nicht vom Aufenthalt unter bösen Leuten, sondernvom Bcytritt zu ihren Gesinnungen. Auch erlangt dieangeführte biblische Stelle aus dem Context einen ganzandern Sinn, indem sie sich nicht auf uns, sondern aufGort bezieht, der in seiner Gerechtigkeit dem Heiligenheilig, dem Verkehrten verkehrt erscheint, ebenso wieeine gerade Linie auf einer krummen Wand durch Au-gentrug krumm erscheinet. Daher sagt der Psalm ist auchan einer andern Stelle: Wie gut ist der Gott Israelsdenen, die reines Herzens sind: und in einer folgendenStelle: du wirst dein gebeugtes Volk beglücken, unddie Augen der Stolzen daniederschlagen.

Möchte doch der Fürst der Erde dem Herrn desHimmels nachahmen, und wenn in einer Stadt derDemüthige beym Hoffärtigen gefunden wird, jenennicht mit diesem zu gleicher Strafe ziehen. Erbarmteuch also, ihr Herren und Väter, unsers Zustandes,schaut mitleidig auf uns, die wir die WundenmahleChristi tragen: und sollte euch unser hartes Schicksalnicht erweichen, o so möge es doch das Abbild des Herrnthun.

Aber ach! wie wunderbar ist das Schicksal derMenschen! Tortona! du leidest nicht für deine Ver-brechen, sondern weil Pavia dich verleumdet hat; unddu Pavia! klagst Tortona wegen Ungerechtigkeiten an,da doch, eins gegen das andre abgewogen, deine Schaa-Lenkwürdigk.II.S. P l«