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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
210
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sich erst den Beherrscher des Himmels zu versöhnen«Denn auf dem Wege durch die Gebürge hatte sich devSoldat aus Mangel an Lebensmitteln an verschiedenenheiligen Oertern vergriffen.

Ob nun gleich diese Ausschweifung dadurch hin-länglich entschuldigt werden konnte, daß die Noch siedazu gezwungen, so ließ Friedrich dennoch unter dem ge-summten Heere eine Collecte anstellen, durch welche ei-ne ansehnliche Summe Geldes zusammen kam, die ervermittelst zweyer Geistlichen an die Bischöffe von Trientund Brixen übermachte, mit dem Andeuten, sie an al-le diejenigen heiligen Oerter auözutheilen, welche beydem Durchmärsche gelitten hatten. Wahrlich einetrestiche auf das allgemeine Wohl abzweckende Hand-lung des Fürsten, der bey den wichtigsten Unterneh-mungen zuvor die Gnade des Höchsten, ohne den nichtsgut anzufangen, nichts glücklich beendigt wird, zuerlangen, und die Rache des Himmels von seinem Vol-ke abzuwenden sucht.

Von hier kam er in den Ronkalischen Feldern am Po,unweit Piacenza, im Nov. an. Einer alten Gewohn-heit zufolge pstegen in diesem Felde die fränkischen si>wohl als deutschen Könige, wenn sie an der Spitze ei-nes Heers sich die römische Kaiserkrone holen, liegenzu bleiben. Hier wird ein Schild an einer hohen Stan-ge aufgesieckt, und die ganze Schaar der Ritter, wel-che Lehen besitzen, durch den Reichöherold aufgesvrdertin der nächsten Nacht bey dem Fürsten Wache zu hal-ten. Nun bietet jeder seine Lehensmänner durch He-rolde auf. Wer bey der Nachtwache gefehlt hat, wirdden folgenden Tag vor den König, und die Fürsten,oder andre angesehene Männer geladen, und so wirdjeder, der ein Lehen besitzt, aber ohne Willen seinesHerrn ausgeblieben ist, desselben verlustig erklärt.