-veil sie seinem herrschsüchtigen Geiste verdächtig schie-nen, vertrieben worden.
Im December stellten sich die beyden Heinrichezwar wieder zu Speyer vor Gericht: allein der Vor-wand des einen, daß er auch dießmahl nicht gesetzmä-ßig sey vorgeladen worden, zog die Sache wieder indie Lange, bis endlich Friedrich eines Handels über-drüßig ward, an dessen Beylegung er schon zwey Jah-re gearbeitet hatte. Er rhat also zu Gunsien dessen denAusspruch, der an Bayern, als an sein väterliches ihmvorenrhaltenes Erbtheil, Ansprüche machte, und dener auf dem bevorstehenden Feldzuge sehr gut brauchenkonnte. Er hielt deßwegen zu Goslar eine Reichsver-! sammlung, vor welche er beyde Herzcge durch Edikte" citirte. Der eine erschien, der andre nicht, und sowurde dem Herzog Heinrich von Sachsen durch Gut-achten der Fürsten das Herzogthum Bayern zuerkannt.
! Im dritten Jahr seiner Regierung ( n 54 ), al-
so nach Ablauf der beyden Jahre, an deren Schlußer sich zu einem Zuge nach Italien verpflichtet hatte,versammelte er zu Anfang des Oktobers ein Heer imLechfelde. Von diesem edlen Entschlüsse konnteihn der ziemlich laute Unwille anderer Fürsten, derdurch seinen neulichen Ausspruch gegen einen so großenReichsfürsten rege gemacht worden, nicht abhalten. Erachtete vielmehr alles, was dahinten war, für nichts, undstrebte voll, Vertrauen auf Gott, nur nach dem, wasvor ihm lag.
Der Marsch gieng durch Brixen, das tridentini-stheThal, über die Alpen, bis an den See Guarda inden tridentinischen Gefilden. Hier blieb Friedrich eineWeile liegen, um sich mit seinen Großen über denweitern Zug zu berathschlagen, und vor allen DingenLenkwürdigk. II. B. O siel)