° Itzt glaubte Friedrich den rechten Zeitpunkt lge-krossen zu haben, um die Ruhe seiner Staaten zur Be-kriegung der Ungarn zu benutzen, die er dem Reichegern wieder einverleiben wollte. Weil er aber die Zu-stimmung der Fürsten auS gewissen geheimen Ursachennicht erhallen konnte, so verschob er die Ausführungseiner Absicht auf eine bequemere Zeit.
Die einzige Unruhe, welche jetzt den Kaiser inDeutschland beschäfftigte, wurde durch den Streit zwey-er seiner Anverwandten um das Herzogthum Bayern! erregt. Der eine war sein Oheim väterlicher Seite,
^ Herzog Heinrich, der andre war Heinrich, seiner Mut-ter Brudersohn, dessen Vater, gleiches Namens, wieschon anderswo gesagt worden, Kaiser Conrad aus Bay-i ern nach Sachsen vertrieb, und das Herzogchum erstdem Leopold, des Marggrafen Leopolds Sohn, nachheri seinem Bruder Heinrich übertrug. Um nun diese Un-' einigkeit beyzulegen, forderte er beyde auf, sich im
! Ortober zu Würzburg zu stellen. Der zweyte erschien,
^ der erste aber mußte mehrmalen citirt werden.
Hier in Würzburg kamen auch Flüchtlinge ansApulien an, welche Roger aus ihrep väterlichen Wohn-sitzen vertrieben hakte. Sie warfen sich unter Vergie-ßung vieler Thranen dem Kaiser zu Füßen, und brach-ten ihn zu dem Entschluß, theils um ihr Unrecht zurächen, theils auch die Kaiserkrone an sich zu bringen,in weniger als zwey Jahren einen Feldzug nach Ita-lien zu thun.
Gerhard, einer von den beyden Compstentenzum Magdeburgschen Bißthum, wollte sich nicht mitdem Ausspruche Friedrichs begnügen, sondern giengnach Rom an den Pabst Eugen, und klagte Wichma>m«n, daß er sich widerrechtlicher Weise der Bischoffs-
würde