Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

»84

zen des Landes unter den Einwohnern eine gewisse Ein-falt, oder Dummheit, wie ich sie lieber nennen möch-te , der sich jeder Jrrthum leicht aufzudringen pflegt.

Das Concilium wurde in der Marienkirche un-ter Vorsitz des Pabsies zu einer Zeit gehalten, da wirKreuhsahrer von den Türken zerstreut nach Jerusalemschifften. Jener Ketzer, ein gemeiner, ungelehrterMensch, der nicht einmal den Namen eines Ketzersverdiente, kam, zur Strafe für seine thörigte Hart-näckigkeit, in ein enges Gefängniß, in welches ihnSuger (der als Abt von St. Denis, laut eines Ver-recktes dieses Klosters in Abwesenheit des Königs dieStatsgeschaffte verwaltete) zu stecken den Auftrag er-hielt, und wo er auch bald sein Leben endigte.

Auf eben dieser Kckchenversammlung ließ auchHeinrich durch Gesandte , welchen er sine goldene Bul-le mitgegeben hatte, den, Pabst seine Gelangung zurrömischen Königöwürde, nebst dem Streite dreyerBrü- ^der gegen den vierten altern um das Herzogthum Poh-len andeuken, und auch die Klagen der dortigen Bi-fchöffe anbringen, die schon bey Lebzeiten des verstor-benen Herzogs dem ältesten Prinzen gehuldiget hatten.Ausserdem war schon das Gerücht von unserm unglück-lichen Kreutzzug allenthalben erschollen.

Nach ausgehobener Kirchenversammkung bliebendie geschicktesten Männer aus der Nachbarschaft zurück, zum den Streik des Bischoffs Gilibert zu schlichten. Die- lser stellte sich vor dem Bischoff von Rheims, las gan- !ze Stellen aus den rechtgläubigen Kirchenvätern vor,deren Werke er vollständig, nicht bloß in Auszügen,mitgebracht hakte, und erklärte darauf, daß er mit ih-nen in der Dreyeinigkeitslehre eines Glaubens sey. DerPabst bekam endlich lange Weile. Guter Bruder, sag -