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Lehre aufbürdete. Daher kam es, daß nicht lange vor-her auf sein Anstifter, dem Peter Abaiiard zuerst vonBischöffen in Frankreich, nachher vom Pabste Schwei-gen auserlegt ward.
Abaiiard stammte aus Bretagne einer französi-schen Provinz, unter deren Geistlichkeit es besondersviele scharfsinnige, geschickte Köpfe giebk, die aber zuandern Dingen fast gänzlich verdorben sind. Er hattesich von Jugend auf den Wissenschaften ergeben, waraber so stolz, so eingebildet auf sein Genie, daß er sichkaum entschließen konnte, von andern Unterricht anzu-vehmen. Sein erster Lehrer hieß Roselin; nach die-sen frequentirre er die beyden gelehrten Männer,Anselm von Laon, und Wilhelm von Champell,Bischofs zu ChalonS, fand aber auch hier zu we-nig Befriedigung, als daß er ihren Unterricht hät-te nutzen sollen. Als Lehrer auf der hohen Schulezu Paris wußte er seinen tiefdurchdachten Vortrag mitangenehmen Scherzen zu durchwürzen. Ein allgemeinbekannter Vorfall, bey dem es ihm sehr übel ergieng,war Ursache, daß er in das Kloster des heil. Diony-sius gieng. Hier rückte er mit unablässigen Fleiße inLen Studien fort, wurde nach einiger Zeit des Gehor-sams gegen seinen Abt entlassen, und trat wieder aufden öffentlichen Lehrstuhl. Die falsche Anwendungaber, welche er von seiner Gelehrsamkeit auf die Theo-logie machte, verleitete ihn zu einem Jrrthum in derLehre von der Dreyeinigkeit, die er durch das Beyspieleiner aus drey Theilen bestehenden.Welt erklären woll-te. Eine Provincialjynode, die deshalb zu Soissonsunter Vorsitz des päbstlichen Gesandten von den be-rühmten Theologen Alberich von Rheims und Leukaldvon Revers gehalten wurde, erklärte ihn für einenSabellianer, die Bischöffe zwangen ihn, seine Schrif-