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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
174
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Des Ersten Buchs

Zweyter Abschn itt.

Bernhard war ein sehr strenger Neligionseyferer,aber aus Gutmüthigkeit zu leichtgläubig. Er konntekeinen Gelehrten leiden, der auf seine Philosophie garzu viel baute, und nahm es leicht als Wahrheit auf,wenn man diesem einen Verstoß gegen die orthodoxe

lebte tzamähls in Poitou ein gewisser Gilbert, der' aus dieser Landschaft gebürtig war, von Jugendauf bis in sein, spätes Alker Philosophie getrieben, undunlängst die bischöfliche Würde in seiner Vaterstadt er-langt hatte. Sein äußerst spihfindiger Kopf, und dieüberwiegende Vorliebe zu den feinsten Subtilitäten ver-leitete ihn oft zu paradoxen Behauptungen, die gegenLen gemeinen Menschensinn verstießen. Einst hielt erin einer Diöcesal- Versammlung seiner Geistlichkeit ei-ne Ermahnungsrede, in die er etwas über die H. Drey-einigkeit einfiießen ließ, das zwey seiner ArchidiaconenArnold und Calo für heterodox erklärten, und sich des-halb auf den 'Ausspruch des römischen Stuhls beriefen.Pabst Eugen war auf der Reise nach Frankreich begrif-fen , als sie ihm zu Siena entgegen kamen, und ihreBeschwerde vorbrachten. Der Pabst erklärte sich: erwerde in Frankreich, wo es viele gelehrte Männer ge-be, die beste Gelegenheit haben, die Sache genauer zuuntersuchen. Mit dieser Vertröstung kehren die Geist-lichen nach Frankreich zurück, und wenden sich an denAbt Bernhard, den sie auch zu ihrem Vorthcil widerGilbert einnehmen.

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