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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
166
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Der Kaiser berief auf die Weyhnachten einen all- *gemeinen Reichstag nach Speyer, wohin auch Bern- ihard kam, und durch Wunder, die er sowohl öffentlich, ials im Stillen verrichtete, den Kaiser, seines Bru- !ders Sohn Friedrich, nebst andern Fürsten und Rit- lkern zur Annahme des Kreutzes bewog. Eben dersel-be fand nachher den Iudensiürmer Radulph in Msyn; ,,vom Volke beynahe angebetet, gab ihm Verweise, daß ^er gegen alle Klosterregel in der Welt umherstrich, und §unberufen predigte, brachte ihn auch endlich dahin, daßer Gehorsam angelobte, und in feine Zelle zurückzukeh- ,ren versprach; worüber es in Maynz beynahe zum Auf-ruhr gekommen wäre, wenn nicht die Heiligkeit desAbtes das Volk zurückgeschreckt hatte.

Herzog Friedrich verfiel noch während seines Aus- !enthaltS in Frankreich in eine schwere tödliche Krank- !heit, und konnte es noch auf dem Sterbebette dem 'Kaiser Conrad nicht vergeben, daß er den jungen Prin-zen Friedrich, den erstgebohrncn und einzigen Sohnseiner ersten Gemahlin, (den er aus Conrads eignerBewilligung nebst dem kleinen Prinzen zweyter Ehezum Erben seines ganzen Landes eingesetzt) mit demKreutze hatte bezeichnen lassen. Bernhard bereitete ihnzum Tode, der in wenig Tagen erfolgte. Sein Leich-nam liegt im Kloster der Heiligen Walpurgis, aufder Grenze vom Elsaß begraben. In der herzoglichenWürde folgte ihm sein Sohn Friedrich.

Nach diesem Vorfälle hielt der Kaiser im MonatFebruar eine allgemeine Reichsversammkung in Bay-ern. Adam, Abt von Eberach, ein frommer gelehr-ter Mann, der Bernhards Stelle vertrat, bestiegnach gehaltner Messe die Kanzel, las die Schreibendes PabsteS und Abts von Clairvaux vor, und hieltdann eine kurze Ermahnung, welches alles so erstau- >

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