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Mittlerweile predigte ein gervisser M^nch Radulph,der zwar ein strenger Religiöse aber ein schlechter Ge»lehrtcr war, in dem Theile Frankreicl)S, der an denRhein stößt , mit ungemeinem Erfolge das Kreutz.Viele tausend Menschen aus Cölln, Maynz, Worms,Speyer, Straßburg, und andern benachbarten Fleckenund Dörfern liefen ihm zu, um sich inik dem Kreutzebezeichnen zu lassen. Bcy seiner Predigt begieng erdie Unvorsichtigkeit, daß er lehrte, man solle die Ju-den, welche in Städten und Flecken zerstreut lebten, alsFeinde der Christenheit ermorden. Diese Lehre be»wirkte an vielen Orten Frankreichs und Deutschlandseine blutige Verfolgung der Juden, von denen sich meh-rere, um ihr Leben zu retten, in den Schuh des Kai-sers warfen. Daher kam es, daß viele Juden in diedem Kaiser angehörige Stadt Nürnberg , und an an-dere Oerter seines Gebiekhs ihre Zuflucht nahmen.
Die Verfolgung der Juden gieng so weit, daßder Abt Bernhard deswegen besondre Nuncien oderBriefe nach Frankreich und Deutschland abgehen ließ,durch welche er aus Stellen heiliger Schrift deutlichzeigte, daß die Juden für ihre Vergehungen nicht auS-gerottet, sondern nur zerstreut werden sollen. Wobeyer auch den Spruch aus dem ;? Psalm anführte, inwelchem es heißt: Gott hat mir angedeutet, meineFeinde nicht zu. tödten.
Nachdem nun Bernhard im nördlichen Frankreichmit dem glücklichsten Erfolge das Kreutz gepredigt hat-te, begab er sich in gleicher Absicht in das östliche Frank-reich , um dort theils den römischen Kaiser zum Bey-tritt zu bewegen, theils dem Unfug zu steuern, derdurch Raduiphs Predigten gegen die Juden verübt,wurde.
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