»6s
und so entstand ein übergroßes Heer, das nach! vielemvergossenen Blute, Jerusalem sammt mehreren andernStädten, die ich um Weitläufigkeit zu vermeide^ nichtnennen will, von den Unrach der Heyden säuberte. Bisiht stehen sie noch Lurch Gottes Gnade und unsrer Vä-ter Bemühen, weiche von Zeit zu Zeit sich daselbst be-hauptet und Christi Namen nach allen Kräften ausge-breiter haben, unter christlicher Botmäßigkeit, auchsind noch andre Städte den Ungläubigen abgenommenworden.
Jeht aber (ich kann es ohne großen Schmerzund Seufzen nicht nennen) ist Ebessa, das in unsrerSprache Rohais heißt, und ehemals, als der ganzeOrient den Heyden gehorchte, allein unter christlicherGewalt blieb, von den Feinden des Kreuhes Christinebst vielen Castellen weggenvmmen: der Erzbischofsder Stadt, seine Clerisey, und mehrere andre Chri-sten sind erwürgt, und die Reliquien der Heiligen vonden Ungläubigen zertreten und zerstreut worden.
Was nun hieraus der Kirche Gottes und der gan-zen Christenheit für eine Gefahr erwachse, sehe ich sehrwohl ein, und glaube daß es auch eurer Einsicht nichtentgehen werde. Den größten Beweis des Edelmuthsund der Tapferkeit geben die Nachkommen, wenn siedie Eroberungen herzhaft vertheidigen: thun sie dasnicht so ist gewiß der Geist ihrer Väter in ihnen er-schlafft. Wir ermahnen, bitten, befehlen euch also imHerrn, und legen es euch zur Erlassung der Sündenals eine Pflicht ans Herz, daß jeder Christ, vornehm-lich aber die Machtigern und Edlern männlich gerüstet,den Schaaren der Ungläubigen, welche jeht über unszu triumphiren wähnen, entgegen gehe; daß ihr diemorgenländische Kirche die unsre Vorfahren mit vielemBlutvergießen befteyten, vertheidigen, und viele Tau-