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Die häufigen Einfälle barbarischer Völker in Un-garn machen eö ganz natürlich, daß seine Einwobneran Cultur der Sprache und Sitten noch weit zurückste-ßen. Denn zuerst ward es von den Hunnen, die Jor-nandes eine Teufelsbrut nennt, überschwemmt; nachihnen verheerten es die Avaren, welche rohes unreinesFleisch aßen; zuleht kamen die Ungarn, die es noch bisitzt besitzen.
Die Ungarn sehen von Gesicht scheußlich aus, ha-ben tief im Kopf liegende Augen, sind kleiner Statur,und reden eine Sprache, die ganz mit ihrem rohen wil-den Charakter übereinstimmt, so daß man mit Rechtdas Schicksal anklagen, oder vielmehr die göttliche Lang-muth bewundern muß, die solchen menschlichen Unge-heuern (denn Menschen mag ich sie nicht nennen) ein soherrliches Land Preis geben konnte.
Jedoch das eine Gute haben sie mit den Griechengemein, daß sie nichts ohne reife und häufige Berat-schlagung unternehmen. Ihre Dörfer und Flecken ha-ben ein trauriges Ansehn. Die meisten Häuser sindaus Schilf geflochten, selten aus Holz, noch seltner ausSteinen erbaut. Den Sommer und Herbst hindurchwohnen sie in Lauben. Jeder von den Großen bringtseinen Sessel in der Versammlung vor dem Königemit, wo sie sich über Staatsangelegenheiten ernstlich un-terreden, welches auch zur Winterzeit in Häusern, wonemlich Gelegenheit dazu ist, geschieht.
Alle Ungarn sind ihrem Regenten so ergeben, daßsie es schon für Verbrechen halten, heimlich gegen ihnzu sprechen, um wie viel mehr also sich öffentlich gegenihn zu erklären. Das ganze Reich besteht aus sieben-ziq oder noch mehreren Grafschaften, aus welchen zweyTheile von den Einkünften der Gerichtsbarkeit in die
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