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Staate tiefe Wunden schlugen. In Pohlen strittendrey Brüder gegen den vierten um das Herzogthum,welcher Zwist viele schreckliche Auftritte befürchtenließ. Auch den übrigen Provinzen des Reichs ergienges nicht besser. Allein die Hand des Höchsten bewirkteplötzlich eine solche Veränderung, daß alle diese fürchterli-chen Ungewitter vorüberzogen, und in kurzer Zeit über dieganze Erde eine ungemeine Stille verbreitet ward, wel-ches daher kam, daß unzählige Schaaren in Deutschlandund Frankreich gegen die Feinde des KreutzeS in denKrieg zogen. Ehe wir aber diese in der Geschichte somerkwürdige Periode berühren, wollen wir noch et-was weniges in Betreff jener unruhigen Zeiten vorausschicken.
Wahrend des Krieges, den Heinrich von Bay-ern mit dem Regensburger Bischofs, und mit Odoa-ker Markgrafen von Steyermark führte, gehen ei-nige Oesterreicher heimlich nach Ungarn, überrumpelnbey Nachtzeit die Stadt Bosan (sonst auch Presburggenannt, welche einst Kaiser Heinrich belagert hakte)und bemächtigen sich ihrer. Der König von UngarnGerza, Königs Belus Sohn, schickte einige von sei-nen Grafen voraus, die sich um die Ursache und dienähern Umstände dieses Vorfalls erkundigen sollten.Er selbst folgt ihnen mit einer großen Heereskraft nach.Die Grafen erhielten auf ihre Anfrage folgenden Be-scheid : was wir gethan haben ist weder für den römi-schen Kaiser, noch für unfern Herzog, sondern für un-sern Herrn Boritius geschehen.
Boritius war ein Sohn Calomans eines ehema-ligen ungarischen Königs, der seine Ansprüche aus denväterlichen Thron bey dem römischen und griechischenKaiserhofe geltend zu machen suchte, und viele deutscheRitter durch Bestechungen auf seine Seite zog. Der
König