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§Mir haben den von euch, als von einem so großen
werthcn Freunde erlassenen Brief mit vielem Ver-gnügen empfangen, und daraus zu unsrer großen Freu-de ersehen, daß ihr euch im erwünschtesten Wohlständebefindet. Ausser dem aber, was in eurem Schreibenstand, mußte ich von eurem Gesandten Nicephorus ei-nige harte, und, die Wahrheit zu gestehen, bisher un-erhörte Worte mir sagen lassen, wodurch meine Langmuthaufs äusserste gereiht, und das ganze Reich in Erstaunengesetzt wurde. Wir wundern uns, daß gerade dieserMann uns solche Bitterkeiten sagte, da doch das grie-chische Reich unter allen übrigen in der Welt sich durchWeisheit, Bescheidenheit und Mäßigung ausgezeichnethat. Härte er meinen einzigen Sohn Heinrich vor mei-nen Augen erwürgt, so würde der Zorn nicht höher ha-ben steigen können, als er itzt in mir auswallte. DreyTage lang war ich durch keine auch noch so gute Vor-stellungen zu gewinnen, bis er mich endlich am vierte»Tage durch annehmlichere Reden wieder aufmunterte,und mir dann euren Willen eröffnete.
Weil es dennoch so ist, und seyn muß, daß ihr,werthester Freund, die Schwester unserer Gemahlinzur Ehe empfanget, so wollen wir hiemit einen ewigenBund unzertrennlicher Freundschaft knüpfen, die wirdurch euren gegenwärtigen Bevollmächtigten mündlichund schriftlich haben bekräftigen lassen, nemlich derge-stalt, daß wir Freunde eurer Freunde, und Feinde eurerFeinde seyn. Demnach könnt ihr versichert seyn, daß,wenn euch irgendwo einige Beschwerde oder Unrechtzugefügt ist, wir sie ansehen wollen, als wenn sie uuSgeschehen sey, wozu uns eure hohe Tugend , Stand,und unsre nahe Verwandschaft aufjordert: daß wireuch nemlich als unfern geliebtesten Sohn väterlich um-fassen, und alles, was euch gestillt, bereitwillig unterneh-
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