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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
139
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Ulrich , der damals schon im Besch derselben war, such-te den Feldzug durch gütliche Vorstellungen zu Hinter-treiben. Allein der Kaiser ließ sich nicht abhalten,sondern zog zur Winterszeit mit seinen Sachsen in dieWälder auf der sächsischen und böhmischen Grenze, wo-selbst sich auch Ulrich an einem kleinen Flusse lagert.Der tiefe Schnee, welcher eben gefallen war, verur-sachte, daß jener den Weg verfehlte, und an diesenFluß gcrieth, bey dem seine Soldaten, die vonHunger und Strapahen ganz erschöpft waren, ausru-hen wollten. Die Böhmen merkten aus dem getrüb-ten Wasser des Flusses, daß der Feind in der Nähesey, überfallen den noch ermüdeten Vortrab, und rei-ben ihn gänzlich auf, indem sie, ausser einigen Gefan-genen, die übrigen ohne Barmherzigkeit erwürgten,von denen nur wenige ihrem Schwert entrannen. DerKaiser konnte durch die engen Höhlungen den Seini-gen keinen SuccurS -zusenden, und mußte sich auf ei-nen Hügel mit den wenigen noch übergeblieben Truppenzurückziehcn, wo er aber völlig vlokirt gehalten ward.Ulrich ließ den Hügel ringsum besehen, und alle gro-ßen Bäume umhaueu, damit ihm nirgend ein Auswegübrig bliebe. Endlich begiebt sich dieser auf Vermitt-lung seines Schwestersohns, Heinrichs Markgrafenvon Sachsen, der unter den kaiserlichen Gefolge war,in aller Ehrerbietung zu Lothar, unterwirft sich ihm,legt den Eyd der Treue ab, liefert die Gefangenen aus,und wird dagegen mit dem böhmischen Herzogthumebelehnt. Hiermit war die Blokade beendigt. DerKaiser kehrte, wiewohl nicht ohne große Betrübnißzurück, und nahm die Leichname der Edlen mit sich.

Unter den Gefangenen befand sich auch AlbertMarkgraf von Sachsen, und unter den GebliebenenOtto Graf von Mähren, der an dem ganzen Unglück

Schuld