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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
129
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vermählen, und mit dem Herzogthum Schwaben, wel-ches sich Bertold angemaßt hat, belehnen."

Das Versprechen des Kaisers gieng in Erfüllung,und Friedrich zwang den Bertold endlich um Friedezu bitten. Nach andern Berichten soll dieß erst demSohn desselben, Friedrich, gelungen seyn. Die Be-dingung des Friedens war, daß Bertold der herzog-lichen Würde entsagen, und dagegen die ansehnlichsteStadt in Schwaben, Zürch, vom Kaiser erhalten soll-te. Zürch liegt im Gebürge gegen Italien an einemSee, in den sich der Fluß Leman ergießt, und war vor-mals eine kaiserliche Residenz, wo sich die Gerichte befan-den, vor denen sich die Maylander stellen mußten, wennder Kaiser sie bisweilen über die Alpen herübersorderte.Ueber dem Thore dieser eben so reichen als angesehenenStadt ließt man folgende Worte:

Zürch die edle Stadt, gar viele Ding in Menge hat"

Von dem Fluß leman, dessen auch Lucan er-wähnt, führt jene ganze Provinz den Namen Aleman-nie». Daher ist es falsch, wenn man unter diesen) Na-men ganz Deutschland versteht.

Was den Bertold anbetrifft, so war er, ob ergleich in jener Sache gegen seinen Oberherrn und ge-gen Gerechtigkeit verstieß, dennoch ein braver tapfererMann. Wenn jemand ihm eine üble Nachricht brach-te, und, wie es in dergleichen Fällen zu geschehen pflegt,nicht gleich mit der Sprache heraus wollte, so redete erihn getrost an: Sage mir nur, sprach er, was duauf deinem Herzen hast. Ich weiß, daß jederzeitFreude vor Trauer, und Trauer vor Freude geht, da-her will ich vorher lieber das Böse hören und dann dasGute, als das Gute zuerst, und nachher das Böse.>Wahrhaftig, eine Gesinnung die seinem Geiste EhreDenkwürdig?. II. B. I macht.