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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
128
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Pompe begraben. Man erzählt, daß Heinrich, nach,dem er einigermaßen die Unruhen gedämpft, RudolphsGrabstätte besucht habe, und von einem Anwesendengefragt worden sey, warum er dem, der doch kein Kai-ser gewesen, ein kaiserliches Begräbniß zugestehen kön-ne ? Wollte Gott, war seine Antwort, meine Feinderuhten alle so ehrenvoll. Nach Rudolphs Tode setztesich Bertold in den Besitz des erledigten HerzogkhumsSchwaben, als wenn es ihm von seinem Schwieger-vater wäre zugestanden worden.

8. Allein er konnte sich in demselben nicht behau-pten, sondern mußte es an Friedrich von Hohenstauffen,der aus einer der berühmtesten gräflichen Familien inSchwaben herstammte, abtreten. Dieser Friedrichbefand sich als ein kluger tapferer Mann an dem Hofedes Kaisers, in dessen Diensten er häufige Beweiseseines unerschrocknen MutheS ablegte. In der be-denklichen Lage, worinn sich das Reich befand, rief ihnHeinrich einsmal zu sich, und that ihm in einer Pri-vataudienz folgenden Antrag:Ich habe, edler Graf,eure Treue und Tapferkeit hinlänglich geprüft, undkann mich euch jetzt um so viel zuversichtlicher anver-trauen. Das römische Reich befindet sich in einer trau-rigen Lage. Kinder lehnen sich gegen ihre Eltern, undUnterthanen gegen ihre Herren auf. Der Soldat bin-det sich nicht mehr an den Eid, den er seinem Fürstengeleistet, menschliche Gesetze sowohl als göttliche Ge-bote werden in den Staub getreten, nur der Eid, mirdem sich Aufrührer in geheimen Winkeln zu unrecht-mäßigen Handlungen verknüpfen, behalt sein Ansehen.Euch fordre ich auf, diesem Uebel zu steuern, und denFeinden des Reichs männlich entgegen zu gehen. ZurVergeltung will ich euch mit meiner einzigen Tochter

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