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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
110
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Schon wieder schweife ich ab. Verzeihe lieberLeser! Ich erzähle nicht blos, um zu erzählen, sim.dern auch, um meinem gepreßten Herzen Luft zu ma.chen. Ist es denn meine Schuld, wenn sich meinemGedächtnisse Worte des entschlummerten Edcln auf.dringen, die mir bittre Thränen erpressen? Er woll-te es nie zugeben, wenn meine Mutter ihn aufforder-te, seine Geschichte beschreiben, zu lassen.Weint,sprach er, jammert über das Schicksal, das mich ver-folgte."

Noch waren seit seinem letzten Feldzuge keine an-derthalb Jahre verflossen, als ihn eine tödtliche Krank-heit ins Grab streckte. Er war einst bey eineni hefti-gen Winde ausgeritten, und kfühlte gleich daraufSchmerzen in der linken Schulter. Alle Aerzte glaub-ten, es habe nichts zu bedeuten, nur der einzige Ni-colaus KallicleS fand einige Bedenklichkeiten dabey,und riech dem Uebel durch abführende Mittel vorzu-beugen, damit es sich nicht auf andre edlere Theiledes Körpers warft. Für meinen ,Vater war dießein neues ungewohntes Mittel, so wie er überhauptniemals Arzney gebraucht hatte. Kallicles Rach wur-de verworfen. Ich selbst befand mich, auf Befehlmeiner Mutter, in der Versammlung der Aerzte, undtrat der Meynung des Erstem bey, doch konnte ichihr nicht das Uebergewicht geben.

Dießmahl gieng die Krankheit vorüber, stellte sichaber nach einem halben Jahre in andrer Gestalt wie-der ein. Er klagte Herzdrücken, Beängstigungen aufder Brust, und schweres Athemholen; vorzüglich über-siel ihn häuffig ein Gähnen, und dann war es, alswenn ihn etwas hinderte, alle Luft hinabzuziehen. DieAerzte schlossen aus dem Puls auf eine durchgängige

Zertüt-