roS
Nur Basilius wurde als das Haupt der Ketzervom Patriarchen und der gesummten Geistlichkeit mitkaiserlicher Genehmigung zum Feuer verdammt. Beydem Scheiterhauffsn, auf welchem er sterben sollte,stand ein Kreutz, damit er noch in den letzten Augen-blicken seines Lebens Gelegenheit hatte, sich zu retten,wenn er sich entschließen wollte, an das Kreutz zutreten. Unter den Zuschauern befanden sich auch meh-rere Ketzer. Basilius gieng mit der größten Frey-müthigkeit zum Tode, lachte von Ferne schon über diegroßen Zurüstungen, die man seinethalben gemachthatte, und sagte, es werden gewiß einige Engel zuseiner Rettung herbey kommen. Als aber das Volkauseinander trat, daß er den ganzen brennenden Schei-terhauffen zu Gesichte bekam, da überfiel ihn doch ei-ne Bangigkeit, die man aus seinen Bewegungen zurGnüge abnehmen konnte. Er wandte das Gesicht weg,schlug die Hände zusammen, oder auf die Hüften, unöverharrte dennoch in seiner Verstockung, so sehr ihmauch der Kaiser auch jetzt noch durch andre Personenzur Rückkehr zu bewegen suchte. Entweder muß ihmseine gegenwärtige jage, und die bevorstehende To-desangst den Gebrauch seines Verstandes geraubt,oder, welches mir noch wahrscheinlicher ist, der Teu-fel muß ihn so verblendet und betäubt haben, daß erbey allem, was er vor sich sah, fühllos blieb. AlleAnwesende hielten ihn für wahnsinnig. Bald drehteer sich nach dem Feuer, bald nach den Zuschauern hin,ohne doch einen Schritt vorwärts oder rückwärts z»rhun.
Seine allgemein bekannten Großsprechereyen vonübernatürlichem Beystande machten die Henkersknech-te fürchten, es möchte doch wohl auf Gottes Zulassungder böse Geist einen fatalen Streich spielen, und ih-ren