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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
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die Zeit raubte. Eine unerschöpfliche Redseligkeit, dieauch die unerheblichsten Kleinigkeiten nicht verschmäht,ist eine Hauptzug in ihrem Charakter.

Wenn nun mein Vater diese Zungendrescher denganzen Tag, ohne etwas zu genießen, angehört hatte,und sich nun in sein Gemach begeben wollte, so warer auch itzt noch nicht von dem Gedränge befreyt- Eskam noch immer einer und der andre mit einem Anlie-geir bey ihm ein, selbst diejenigen, welche schon ein-mal Audienz gehabt hatten, stellten sich oft zum zwey-tenmahl ein. Kurz, des SchwatzenS war kein Ende,und doch ward er nicht betäubt, sondern hörte es ge-duldig an, und fertigte auch jeden selbst ab. Er litt nicht einmahl, daß einer von seinen Ministern ihnenihre Zudringlichkeit verwies, um nicht den jachzorni-gen Franken eine Veranlassung zur Rache zu geben,die aus einer noch so kleinen Ursache entsprungen, im-mer von wichtigen Folgen seyn konnten. Man kann esin der That nicht genugsam bewundern, wo er alle dieGeduld hernahm, da er oft von Abend bis tief in dieNacht, ja nicht selten bis zum frühen Morgen, aufeiner Stelle aushielt. Seine Minister traten öftersab, um sich in etwas zu erhöhten, und kamen dann, wie-wohl mit sichtbarem Unwillen, wieder; die, welche dablieben, gaben durch ihre Stellung genugsam zu erken-nen, wie schwer ihnen das Stehen falle: der eine setztesich, der andre stützte seinen Kopf auf, der dritte lehn-te sich an die Mauer. Nur der Kaiser konnte nichtermüdet werden. Nach einer kurzen Ruhe erschien erwieder auf seinem Thron, und dann gieng die Arbeitvon neuem an.

Dieß war also die Ursache jener bewußten Krank-heit, die er gelassen ertrug, und als eine gerechte Stra-fe seiner vielfältig begangenen Sünden ansah. Ent-floh,