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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
71
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an, und erficht einen vollkommenen Sieg. Diese Nie-derlage der Türken machte auf den Sultan so großenEindruck, daß er bey dem Kaiser um Frieden anhielt,und die Versicherung von sich gab, daß die Muselmän-ner schon langst mit dem römischen Reiche einen Frie-den zu schließen gewünscht hätten. Bey der Audienz,welche die türkischen Gesandten erhielten, standen Sol-daten aus den verschiedensten Nationen, und viele mitBeilen bewaffnet, um den Thron. Der Kaiser fandsich zwar zum Frieden geneigt, da aber die Forderun-gen, welche der Sultan rhat, dem römischen Staatenicht zuträglich waren, so wandte er alle Beredsamkeitan, die Gesandten davon abzubringen, und es gelangihm so gut, daß sie sich in seinen Willen fügten. Als-dann erließ er sie für heute, mit dem Andeuten, daßsie den Verlauf ihrer Unterredung noch einmahl reiflichüberlegen, und wenn sie nichts dawider hätten, mor-gen den Vertrag schließen sollten, welches auch ge-schah.

Der Inhalt dieser Friedenspunkte kann ein Be-weis seyn, wie sehr Alexius jederzeit das allgemeineWohl seiner Länder, die Festigkeit, und den Glanzdes römischen Throns beabsichtigt, und seine eignen Pri-vatvortheile , nur als Nebenzwecke betrachtet habe, dieihn in dem Gange seiner Geschaffte nicht leiten durf-ten. Er wollte, daß noch lange nach ihm, in der Fol-gezeit die von ihm getroffnen Einrichtungen und Ver-träge ihre wohlthätige Wirkung äußern möchten>Aber leider wurde sein Wunsch nicht erreicht. Erstell-te Ruhe wieder her, wo sie gestöhrt war, und sannauf nichts, als auf bleibenden Frieden, der uns wahr-lich ewig würde beglückt haben, wenn nicht alles vonihm gestiftete Gute zu Grunde gegangen, und dasGebäude, das er mit so vieler Mühe aufgesührt hatte,E 4 durch