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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
11
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serlichen Heere, Ihre Waffen waren weder Helm nochSchwert: denn sie sollte nicht gegen den Feind käm-pfen : aber ihre Brust war gestählt gegen jeden Schlagdes Schicksals, gegen jeden Versuch, den Thron desKaisers wankend zu machen. Unermüdete Thäcigkeit,Herrschaft über die Leidenschaften, und unverfälschterGlaube, gaben ihr die Waffen in die Hand, mit de-nen sie in dem Kreise ihrer Wirksamkeit mit auftrat.Sonst war sie eine friedliebende Frau, die den Na-men (Irene, Friede) durch die That erfüllte. Ich mußunter den Ursachen, warum der Kaiser seine Gemah-lin diesmal mit sich ins Feld nahm auch diese berühren,daß der Krieg noch nicht angegangen war, und jetztnur Vorbereitungen zu demselben gemacht werden soll-ten. Irene nahm auf ihre Reise Geld und andre nütz-liche. Dinge mir, um es unterwegens zu einem Allmo-sen für Bettler und andre dürftige Personen zu verwen-den, von denen sie gewiß keinen mit leerer Hand ab-wies. In dem ihr angewiesenen Zelt brachte sie dieZeit nicht mit tödtender Langeweile zu, sondern erlaub-te jedem, der ihr ein Anliegen vorzutragen hatte, freyenZutritt. Armen Leuten gab sie nicht allein Geld, son-dern auch guten Rath, und tröstlichen Zuspruch. Sä-he sie einen starken Menschen, der noch gesunde Hän-de zum arbeiten hatte, aber sich lieber aufs Faullenzenlegte, und von Thür zu Thür betteln gieng, so ermahn-te sie ihn, sich durch Fleiß und Arbeit sein Brod zu er-werben. Ihre Wohlthatigkeit war an keine Zeit ge-bunden. Ich könnte zu ihrem Lobe noch mehrereS an-führen, wenn ich nicht das Vorurtheil gegen mich hät-te, ihre Tochter zu seyn. Doch kann ich meiner Er-zählung, wenn sie Mißtrauen erregen sollte, sehr leichtdurch Anführung einiger Scenen aus ihrem Leben Glaub-würdigkeit verschaffen. Jetzt nehme ich den Fadender unterbrochnen Erzählung wieder auf.

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