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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
Entstehung
Seite
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Adamastorstrophen Nelusko's. In Berlin, wohin er Ansangs Mai1858 zurückgekehrt, beschäftigte ihn zunächst das musikalische Pro-gramm zur Vermählung der Prinzessin von Hohenzollern mit demKönig von Portugal, dann die Komposition seines bekannten vier-stimmigen Paternoster sowie die Vollendung der komischen OperDinorah". Seinen Sommeraufenthalt nahm er diesmal zu Schwal-bach, brachte dann noch einige Tage in Baden-Baden zu undbegab sich im Spätherbst nach Paris, um die Proben zurDino-rah" oder:der Wallfahrt nach Ploermel" welcher Name derOper übrigens nach allen möglichen Versuchstitulaturen erst un-mittelbar vor der Aufführung verliehen wurde, an die Hand zunehmen. Als das Werk am 4. April 1859 zum ersten Mal inScene ging und der verlegene Komponist am Schluß aus die Bühnegenöthigt wurde, erhob sich unter donnerndem Jubel das ganze Hausund Marie Cabel, die treffliche Darstellerin der Hauptrolle, drücktedem Meister den aus der kaiserlichen Loge geflogenen Lorbeer auf dieStirn. Auch im Coventgardentheater zu London, für welches Meyer-beer den Dialog nach italiänischer Sitte in Recitative umgewandelt,debütirte die Oper am 25. Juni 1859 aufs glänzendste. So an-muthsvolle, dramatisch wirksame PartienDie Wallfahrt nach Ploer-mel" enthält (wir erinnern bloß an das Schattenspiel und die Legendeder Wahnsinnigen im zweiten Akt), gehört das Werk dennoch zuMeyerbeer's schwächeren Schöpfungen. Wie die bretonische Legendedurch die manierirte Textbehandlung seitens der Herren Barbierund Carre den Beigeschmack des Erkünstelten, Gesucht-naiven erhaltenhat, so muthet uns die Schlichtheit der musikalischen Darstellungvielfach assektirt an. Man fühlt allzusehr heraus, daß das länd-lich Einfache, die Harmlosigkeit naiver Existenzen nicht das geeigneteObjekt für die reflexionsreiche, farbenlüsterne Phantasie unseresKomponisten bildet. Der Mischung von Tannendust und Weihrauch,welche dem Stoff entspräche, der idyllisch-träumerischen Natur-Stim-mung. die sich über das Ganze breitet, ist eine allzu starke DosisPariser Salonlust, ja sagen wir es deutlicher jenes selbstgefälliggepflegten Hami-Zollr beigesellt, der nun einmal sämmtliche ArbeitenMeyerbeer's mehr oder weniger pikant umwittert. Wie wenig Sinnfür das Schlicht-graziöse, Heiter-komische Meyerbeer besaß, beweistgleich die Prologouverture der Oper mit ihren raffinirten Kombi-nationen, der Gegenüberstellung fromm angehauchten Chorgesanges