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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
Entstehung
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A. Niggli.

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tritt dies auffälliger zu Tage als in dem bekannten Triumphgesangam Schluß des dritten AktesHerr, dich in den Sternenkreifen",der trotz seiner Harfen- und Posaunenklänge zum innerlich Hohlsten,Banalsten gehört, was Meyerbeer geschrieben. Und ähnlich wiemit dem Propheten selbst verhält es sich mit den Wiedertäufern,mit Obermann, ja auch mit der vielgerühmten und doch so unsicherwie möglich gezeichneten Mutter Fides. Im ganzen Stück tritt nurein wahrer Charakter aus, derjenige Bertha's, deren Partie dennauch trotz einzelner störender Bravourkadenzen den relativ reinstenEindruck hervorbringt. Wohl das Beste an der Oper ist gleichdie Exposition, welche die landschaftliche Stimmung, jene eigenartigeMelancholie, die über Hollands Fluren webt, nicht weniger meister-haft zeichnet als das düster revolutionäre Element in dem Auftre-ten der drei Anabaptisten. Unter den zahlreichen Ehren, welchederProphet" dem Komponisten brachte, stand seine Ernennungzum Kommandeur der Ehrenlegion durch Dekret des Präsidentender Republik vom 3 . Mai 1849 obenan. Nachdem Meyerbeer imJuli desselben Jahres der nicht weniger glorreichen ersten Ausfüh-rung seiner Oper in London beigewohnt, brachte er zu seiner Er-holung längere Zeit aus Reisen und im Bad Gastein zu. NachBerlin zurückgekehrt studirte er für den Geburtstag seines Königs,den 15 . Okt. 1849 Richard Wagner'sRienzi" als Festoper ein, wieer sich denn stets des viel verkannten Rivalen angenommen, den-selben schon 1839 in Boulogne mit Empfehlungen für Paris aus-gestattet und durch Zuschrift vom 8 . März 1841 an den General-intendanten von Lüttichau die Aufführung desRienzi" im DresdenerHoftheater aufs wärmste empfohlen hatte.Herr Richard Wagneraus Leipzig", hieß es in dem betreffenden Brief,ist ein junger Kom-ponist, der nicht allein eine tüchtige musikalische Bildung, sondernauch viel Phantasie hat, außerdem eine allgemeine litterarische Bil-dung besitzt und dessen Lage wohl überhaupt die Theilnahme inseinem Vaterlande in jeder Beziehung verdient. Möge der jungeKünstler sich des Schutzes E. E. zu erfreuen haben und Gelegen-heit finden, sein schönes Talent allgemeiner anerkannt zu sehen!"Welchen Dank Wagner dem Kollegen später in seinen Schriftenabstattete, ist bekannt. Im Winter 1849/50 finden wir Meyerbeerabermals in Paris. Er wünschte dasFeldlager in Schlesien"französisch bearbeitet zu haben, wofür ihm Scribe als neutralen