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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
Entstehung
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Giacomo Meyerbeer.

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wurde in Paris, in London, in Berlin, in Leipzig präludirt, wennetwas von ihm kommen sollte, auch wenn's nur eine Wiederauf-nahme seiner Oper war, und von Woche zu Woche wuchs dasPräludium zu stärkerem Ton und die Zahl der Städte und ihrerZeitungen wurde immer größer und die Fragen und die Notizenerhoben sich bis zum Forte, ja zum Fortissimo, bis der Pauken-schlag eintrat mit der wirklichen Aufführung. Es war ein wohl-geleitetes Preßbureau." Zu Paris selbst wurde Meyerbeer in die-ser Diplomatie des Erfolges hauptsächlich durch einen gewissenM. Gouin, Unterdirektor der Postverwaltung unterstützt, der. demKünstler mit Leib und Seele ergeben, all seine freie Zeit auf dasGeschäft der Reklame verwandte und dabei eine Personen- undSachkenntnis, einen Eifer, eine unermüdliche Energie entfaltete,daß Heinrich Heine das Witzwort ausgehen ließ, es sei überhaupthöchst zweifelhaft, ob Meyerbeer denRobert" und dieHugenot-ten" geschaffen habe und ob nicht vielmehr M. Gouin deren Ver-fasser sei. Am 16. April 1849 gelangte derProphet" zur er-sten Aufführung. Roger gab den Lucas, Madame Viardot-Garcia die Fides. Die Gunst der Zeit, in der noch die revolutio-näre Bewegung des Vorjahres nachzitterte, trug das Ihrige dazubei, den Erfolg zum denkbar glänzendsten zu machen. ImPro-pheten" hat Meyerbeer das dem historischen Musikdrama entspre-chende Princip der Massenemancipation noch glänzender und kon-sequenter durchgesührt, denn in denHugenotten". Chöre und Ensem-blesätze treten hier aufs bedeutsamste hervor; durchwegs spielen sichdie individuellen Leidenschaften auf dem Hintergrund eines mächtigbewegten Volkslebens ab. Trotzdem befriedigt derProphet", alsKunstwerk betrachtet, weit weniger denn dieHugenotten", jaselbst denn derRobert". Der Grund liegt in dem Mangel einerkonsequent durchgeführten geschichtlichen Idee. Johann von Leydenist, nach Scribes Libretto, kein Held, der für seine Überzeugungin den Kampf geht und tragisch endet; er ist von Anfang an einselbstbewußter Betrüger, der sich nur deßhalb an die Spitze derkirchlich-socialen Bewegung stellt, damit er seinen persönlichenRachedurst befriedigen kann. So vermag er uns auch nicht dasgeringste sittliche Interesse einzuflößen und all seine pathetischenGefühlsäußerungen, seine Gebete und Siegeshymnen stellen sich alseitel Prahlerei und Lüge dar. Vielleicht an keiner Stelle der Oper