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A. Niggli.
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der König selbst mit einer andern Aufgabe betraute. In der Nachtvom 18./19. August 1843 war das Berliner Opernhaus in Flam-men aufgegangen. Der von Oberbaurath Langhaus geleitete Neu-bau sollte mit einem passenden Festspiel eingeweiht werden. Zudiesem Zweck schrieb Ludwig Rellstab den Text zum „Feldlager vonSchlesien" und Meyerbeer wurde die Komposition übertragen, dieer während eines Sommeraufenthaltes in Dresden 1844 beendigte.Am 7. Dec. dieses Jahres fand die Eröffnungsfeier des neuenMnsentempels statt. Die Oper, eine durch und durch patriotischeSchöpfung, wirkte mit ihren pittoresken Soldatenscenen, ihrem me-lodischen Schwung und Feuer um so zündender, als schon nachden ersten Vorstellungen Jenny Lind die Rolle der Vielka über-nahm und von Meyerbeer persönlich instrnirt zu unvergleichlicherDarstellung brachte. „Hier," sagt Adolf Bernh. Marx in seinen„Erinnerungen", „namentlich in den Soldatenliedern traten Schlagauf Schlag Züge so specifischer Wahrheit hervor, daß kein Kompo-nist irgend einer Zeit sie glücklicher hätte treffen können."
Von weiteren Arbeiten aus der Mitte der vierziger Jahre seienerwähnt eine Anzahl Psalmen und Motetten für den nach demMuster der Sixtinischen Kapelle zu Rom 1843 gegründeten königl.Domchor, ferner das „Hoffest zu Ferrara", ein wiederholt zur Auf-führung gelangtes Festspiel mit lebenden Bildern, der Fackeltanz inHäm- zur Vermählung des Kronprinzen Max von Baiern und derPrinzessin Marie von Preußen, der Marsch der bairischen Schützen-gilde nach Versen Ludwigs I. für Chor, Solostimmen und Blech-instrumente, endlich die im Auftrag des Königs unternommene,aber unvollendet gebliebene Komposition der Chöre zu Äschylos'„Eumeniden".
Von den Zügen uneigennütziger Künstlergesinnung und edlerHumanität, an denen Meyerbeer's Leben und besonders dieserBerliner Abschnitt überreich ist, heben wir bloß einige hervor:1844 und 1845 setzte er es durch, daß den Komponisten seitensder königl. Theater 10°/y des jedesmaligen Kassenertrages ihrerWerke zugesichert und bestimmt wurde, alljährlich seien drei Opernlebender deutscher Tondichter aufzuführen. Am 7. Febr. 1845veranstaltete er zu Gunsten des Fonds für ein Weberstandbild eineAusführung der „Enryanthe", bei welcher Jenny Lind die Titelrolleübernahm und die 6000 Thlr. abwarf. Auf sein rastloses Betrei-