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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
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Giacomo Meyerbeer.

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textes. Hier bot sich nun Meyerbeer Gelegenheit, sein Talent aneinem geschichtlichen Stoff zu bewähren, die Gestalten der Operstatt aus den phantastischen Nebel mittelalterlicher Sage aus einenbestimmten historischen Hintergrund zu bannen. Schon die Be-geisterung, mit der er zur Lösung der großartigen Aufgabe schritt,verbürgte seinen Beruf für dieselbe. Während die Arbeit im bestenGange war, erkrankte seine Frau an einem Brustübel, welches einenlängeren Aufenthalt in Italien nöthig machte. So wurde die Voll-endung der Oper über den festgesetzten Termin hinaus verzögert undMeyerbeer, der sein Werk um Alles nicht überstürzen wollte, derbei der Detailvollendung seiner Schöpfungen stets die Sorgfalt undÄngstlichkeit selbst war, fand sich veranlaßt, die bedungene Konven-tionalstrafe von 30,000 Fr. zu bezahlen. Die Direktion wollte sogardas Textbuch überhaupt zurückziehen und ließ sich erst, als keinanderer Komponist dafür gefunden werden konnte, ans die Gestat-tung einer weitern Zeitfrist ein. Später, als dieHugenotten" ihreProbe glänzend bestanden hatten, erstattete sie übrigens Meyerbeerdie 30,000 Fr. zurück. Noch während die Komposition im vollenGange war, hatte dieser bedeutsame Veränderungen am Librettodurchgesetzt, indem der ursprünglich unter den Hauptpersonen sign-rirende Admiral Coligny beseitigt und dafür der hugenottisch-glau-benseifrige Soldat Marcel eingeschoben wurde. So kam dennendlich am 29. Februar, dem Schalttag des Jahres 1836, die ersteAufführung zu Stande, mit dem trefflichen Nourrit (der schon denRobert kreirt) als Raoul, Mademoiselle Falcon als Valentine, Le-vasseur als Marcel. Im umgekehrten Verhältnis denn beiRobertdem Teufel" ging diesmal die Kritik mit begeisterter Lobpreisung desWerkes voran. Die französischen Beurtheiler wurden nicht müde,den Reichthum dramatischen Lebens, die Fülle individueller Charak-teristik, die Meisterschaft hervorzuheben, mit welcher Meyerbeer dengeschichtlichen Hintergrund seiner Oper, den wilden Glaubenskampfdes 16. Jahrhunderts, zur Darstellung gebracht. Und selbst dasjenige,was uns in Meyerbeer's Werken heute am meisten stört, die Ver-mengung aller möglichen Stilelemente wurde ihm damals zum Ruhmangerechnet.Von Frankreich," schreibt Heinrich Heine, auf den kos-mopolitischen Charakter derHugenotten" als besonderen Vorzug hin-weisend,von Frankreich hat Meyerbeer seine Grazie, die Klarheit,den Sinn für harmonische Anordnung, von Deutschland seinen