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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
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A, Niggli.

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widerliches Kokettiren mit allen möglichen Formen und Klang-effekten, reichverzierte Arien nach italiänischer Schablone neben raf-finirt einfachen Liedsätzen oder kunstvoll polyphon ausgearbeitetenPartien, das Accompagnement in der einen Gesangsstrophe bloßvon einem Soloinstrument bestritten, in der anderen das volleOrchester in Athem haltend, neben Stellen von echter Empfindungund schlagender Charakteristik hohles Pathos und anfgebauschtePhrase. So erscheint es denn erklärlich, daß das Werk feiner be-saitete Künstler, einen Mendelssohn und Schumann, mit Wider-willen erfüllte, während seine zündenden Effekte, sein breiter, echtopernmäßiger Alsrescostil die Massen widerstandslos mit sich fort-rissen. Wie zu Paris war letzteres bei der ersten Aufführung indes Komponisten Vaterstadt Berlin der Fall, wo sich freilich einTheil des gebildeten Publikums entschieden ablehnend verhielt undwo die schwerfällige Textübersetzung des Dresdner Hofrathes Th.Hell die Federn der Kritik verschärfte. Schon hieraus erklärt sichzur Genüge, weßhalb der ruhmsüchtige, gegen Tadel übermäßigempfindliche Komponist von nun an alle seine Opern zuerst in Pa-ris zur Aufführung brachte. Äußerte er doch selbst zu vr. Schucht,nachdem er das Pariser Sängerpersonal und Orchester als das vor-trefflichste der Welt bezeichnet:Schon das Factum, daß eineOper, welche in Paris gefällt, die Runde um die Welt macht,könnte einen Komponisten zur Bevorzugung jener Stadt bewegen.

Während die französischen Kunstrichter stets nur das Lobens-würdige des Werkes rühmend besprechen, alles Schöne und Ge-lungen aufmunternd preisen, die Schattenseiten, die kleinen Verstößeignoriren oder nur schonend tadeln, während dem beschäftigen sichviele deutsche Kritiker nur damit, Fehler und Schwächen aufzuspürenoder den Autor zu schulmeistern, als hätten sie Quintaner vor sich."

Inzwischen waren Meyerbeer nach den ersten Aufführungen desRobert" von allerhöchster Seite Zeichen der Anerkennung genug ge-spendet worden. Louis Philipp hatte ihn zum Ritter der Ehrenlegion,Friedrich Wilhelm III. zu seinem Hoskapellmeister ernannt, welchletztere Stelle freilich einstweilen bloß den Charakter eines Ehren-amtes an sich trug. Im folgenden Jahr 1833 nahm das In8tiwtäo brnnoo den nach Paris zurückgekehrten Komponisten unter seineMitglieder auf und die Direktion der großen Oper übertrug ihmdie Komposition des wiederum von Scribe verfaßten Hugenotten-