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Giacomo Meyerbeer.
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tithesen, schreiende Ungereimtheiten, wie Scribe, bediente sich ebensogern wie dieser eines gewissen Goldschanms, um der Musik bisdahin sremdgebliebene Hilfsmittel zu gewinnen und sie zu befähi-gen, die Licht- und Schattenseiten des romantischen Dramas jenerEpoche auch auf die Oper zu übertragen." Die Entfaltung einesbis dahin unerhörten scenischen Reichthums bedingte von selbstauch eine Steigerung der musikalischen Effekte, die Anwendungneuer überraschender Kombinationen, unerhörter Hilfsmittel inOrchester und Chören. Denn ohne diesen verstärkten Reiz wäredie Musik relativ bedeutungslos geworden oder wenigstens zueiner nebensächlichen Rolle verurtheilt gewesen. Jene Situations-sucht der Zeit, wie sie sich im Opernlibretto Scribe's wiederspiegelt,hatte aber auch die fernere nothwendige Folge, daß der melo-dische Stil, der breit ansgeladene Gesang, der die Opera seria be-herrschte und den eben erst Rossini zu seiner glänzendsten Entfal-tung gebracht hatte, aus seiner Alleinherrschaft verdrängt wurde,daß er der pathetisch-deklamatorischen Ausdrucksweise weichen mußte.Denn nur die letztere vermochte der wechselvollen Handlung, deneinander überstürzenden Gegensätzen, den wilden Affekten, derenTummelplatz das Opernbuch wurde, auch musikalisch gerecht zuwerden. Meyerbeer, als der vielseitige aber auch kluge Mann, derer war, suchte gewissermaßen eine Versöhnung zwischen den beidenFaktoren, zwischen melodischem und deklamatorischem Stil herbei-zuführen, indem er mit der einen Hand koloraturverbrämte Arienausstreute, wo es sich immer thun ließ, und so dem noch immerweitverbreiteten Kultus der Melodie schmeichelte, während er mitder andern jene leidenschaftlich bewegten, dramatisch beflügeltenScenen schuf, in denen der Gesang gleichsam nicht zu Athem kommt,in denen das Melodische von der fortreißenden Gluth der Deklama-tion verzehrt wird. Aus diesem Verfahren erklärt sich nun dereigenartige Stil oder, richtiger gesagt, die musikalische Stillosigkeit,welche „Robert den Teufel" kennzeichnet. Vielleicht in keiner andernSchöpfung treten des Komponisten Mängel und Vorzüge gleich präg-nant zu Tage, wie gerade hier, in diesem monströs umfänglichen Ton-werk, das an der Spitze der großen, noch heute auf allen Bühnen be-findlichen Opern Meyerbeer's steht. Neben Melodien von bestrickendemReiz, echt dramatischer Deklamation, einer Rhythmik voll französischerElasticität, einer glänzenden Orchesterbehandlung treffen wir hier ein
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