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Giacomo Meyerbeer : sein Leben und seine Werke
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A. Niggli.

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der zweiaktigen heroischen Oper »II Oiooiato in Lgitto«. wozu erden Auftrag bei der Durchreise in Venedig erhalten hatte. Demglückverwöhnten Maestro gab man in der Heimat deutlich genug zuverstehen, daß sein italiänischer Lorbeer auf deutschem Boden nichtschwer wiege, ja. daß sein Rossinismus kaum höher als eine ephe-mere Modethorheit gewerthet werde. Mit sehr gemischter Empfin-dung verreiste er daher schon im Oktober 1824 abermals nach Süden,verlebte einenschönen Tag" bei Carl Maria von Weber zu Dres-den und fuhr dann über Triest nach Venedig, wo das StudiumdesKreuzfahrers" mit den besten Kräften, wie Veluti. Crivelli,Bianchi und Madame Möric-Lalande bereits begonnen hatte. Am16. Dec. 1824 erlebte die Oper ihre erste Aufführung und riefeinen solchen Sturm des Beifalls hervor, daß sie sofort wiederholtwerden mußte und die ganze Saison beherrschte. Wie weithin sieMeyerbeer's Ruhm verbreitete, beweist die Thatsache. daß ihn DonPedro III. von Brasilien 1831. nach der Reproduktion des Werkesin Rio Janeiro durch italiänische Sänger, zum Ritter des Süd-sternordens ernannte. In der That stellt sich derCrociato" alsMeyerbeer's beste Arbeit aus seiner italiänischen Periode dar undbedeutet besonders nach der Seite des Dramatischen hin einen ent-schiedenen Fortschritt. Nicht als ob der Formalimus der oxoi-nserin. die periodisch gegliederte Arie, das überwuchern anmnthigenaber charakterlosen Solo-Gesanges, das Koloraturunwesen darinschon völlig überwunden wären; aber doch wechseln bereits mitden stereotypen Formen der italiänischen Oper, an denen Meyer-beer z. B. noch in derEmma von Roxburgh" unverrückt festhältund die jede dramatische Entwicklung ausschließen, freier, mehr dekla-matorisch gehaltene Scenen. Die handelnden Personen sind schär-fer individualisirt, Figuration und Begleitung reicher, das Jnstru-mentalkolorit kräftiger und mannigfaltiger abgestuft. Es ist derÜbergang von der sich selbst genügenden lyrischen Melodik/ welcheder Komponist im Gegensatz zum trockenen Schulstil seiner erstendeutschen Periode jenseits der Alpen gepflegt, zur dramatischenDarstellungsweise seiner späteren Werke. Meyerbeer selbst fühlte,daß er den italiänischen Standpunkt überwunden, daß er zu An-derem denn zu dem zweifelhaften Ruhm berufen sei, ein talentvol-ler Nachahmer Rossinis zu heißen.Der vergnügte Rausch italie-scher Siunenlust," sagt Heine treffend,konnte einer deutschen Natur