Giacomo Meycrbeer.
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beer die Originalpartitur des Tonwerkes, das rasch auch jenseitsder Alpen bekannt wurde und zahlreiche Freunde fand. Die ern-ster gesinnten deutschen Musiker, Carl Maria von Weber voran,bedauerten freilich den Abfall ihres Genossen von der heimischenKunst tief genug. Am 26. Jan. 1820 hatte Weber die mit rüh-render Selbstverleugnung sorgfältigst vorbereitete Oper aus dieDresdener Bühne gebracht und Tags darauf schrieb er an Lichten-stein: „Mir blutet das Herz, zu sehen, wie ein deutscher Künstler,mit eigener Schöpfungskraft begabt, um des leidigen Beifalls derMenge willen zum Nachahmer sich herabwürdigt. Ist es denn garso schwer, den Beifall des Augenblicks, ich sage nicht, zu verachten,aber doch nicht als Höchstes anzusehen?" — Inzwischen fuhr unserMaestro fort, die Ohren der dankbaren Jtaliäner mit feinen gefälli-gen Melodien zu kitzeln. 1820 bestellte die Mailänder Koala dieOper »NarAbarita ck'^njon«, Text von Rosst, bei ihm und schon am14. Nov. genannten Jahres ging das Werk unter jubelndem Beifallüber die Bretter des berühmten Theaters. Etwas weniger glücklichwar Meyerbeer mit der für den Mailänder Karneval des Jahres1822 bestimmten Oper »D'Lsuls <1i Oa-anaäa«, die er theilweife imHaus des eben so gastfreundlichen wie kunstsinnigen Lord West-moreland, Attachirten der englischen Gesandtschaft zu Mailand, nie-derschrieb. Gerade weil das Werk nicht so leichtfertig hingeworfen,gründlicher durchgearbeitet und modulationsreicher ist, sprach es dieSüdländer, welche wie in Mozart's Schöpfungen Philosophie darinwitterten, weniger an, obschon die Hauptrollen mit der Pisaroniund dem Bassisten Lablache besetzt waren. Im gleichen Jahre 1822begab sich Meyerbeer nach Rom, wo ihm Abt Baini die Schätzeder päpstlichen Bibliothek erschloß und wo er nach Herzenslust inden Kunstdenkmälern des Alterthums schwelgte. Für die SängerinCaroline Bassi begann er einen „Almanzor" zu schreiben, der sichindeß unter dem Einfluß der ewigen Stadt nicht recht in die mo-derne Opernschablone fügen wollte. Er siedelte daher nach Neapelüber, kam indeß hier vom Zauber der Natur umstrickt vollendsnicht zu ersprießlicher Arbeit. Doch schied er mit dem Versprechen,der Bühne von San Carlo binnen Jahresfrist eine Oper zu liefernund kehrte im Mai 1824 nach Berlin zurück. Die Aufführungeiner für letzteres verfaßten deutschen Operette „Das Brandenbur-ger Thor" kam nicht zu Stande; dagegen komponirte er fleißig an