sonderlich geeignet erwies, und erlebte ihre erste Aufführung zuStuttgart. Auch diesmal wurden die kunstvollen Formen, dietreffende Deklamation, die schön abgestufte Orchesterfärbung vonden Fachleuten gelobt; das große Publikum aber vermochte dieOper nicht zu fesseln. Inzwischen hatte Meyerbeer eine Kantate„Der Götterbesuch" zur Feier des Geburtstages seiner Mutter, 10. Febr.1813, ferner ein 8tal>at inatsr, Doäenur und Nissrere komponirtund mitten in der patriotischen Bewegung der Befreiungskriege am12. Okt. 1813 den Psalm „Gott ist mein Hirt" für 2 Chöre und5 Solostimmen in der Berliner Singakademie zur Aufführung ge-bracht. — Da „Alimelek" nach dem Stuttgarter Debüt vom Kärnt-nerthortheater verlangt wurde, reiste der Komponist aus der Wür-tembergischen Residenz direkt nach Wien, wo bereits der denkwürdigeKongreß begonnen hatte. Unmittelbar nach seiner Ankunft hörteer den bewunderten Meister des Klavierspiels Joh. Nepomuk Hum-mel und trug einen so tiefgehenden Eindruck davon, daß er sofortdie eifrigsten pianistischen Studien unternahm, um sich die VorzügeHummel's, seinen Fingersatz, die Sauberkeit seines Anschlags, dieEleganz seiner Phrasirung anzueignen. Bald darauf trat er ineinem selbständigen sowie in einer Reihe von Konzerten auf, die ergemeinsam mit der Sängerin Harles und dem Klarinettisten Bür-mann, dem trefflichen Freunde Carl Maria von Weber s, arrangirthatte und erregte durch seine Virtuosität solche Bewunderung, daßsogar ein Ignaz Moscheles Bedenken trug, sich neben ihm hörenzu lassen. Außer verschiedenen für sein öffentliches Spiel bestimm-ten und nie edirten Klavierkompositionen, Konzerten, Variationenund Rondo's schrieb er in Wien, dem Geiste der Zeit seinen Tri-but zollend, „Das Königslied eines freien Volkes" von Gubitz undArndt's „Deutsches Vaterland" für Männerstimmen und Blechinstru-mente nieder. Doch sollte dem ehrgeizigen, beifallsüchtigen, nervös-empfindlichen Jüngling auch in der österreichischen Kaiserstadt einebittere Enttäuschung nicht erspart bleiben. Am 20. November 1814erlebte sein vielfach umgeänderter „Alimelek" nach ziemlich überstürztenProben unter dem Titel „Die beiden Kalifen" die erste Auffüh-rung. Das Wiener Publikum, das im Theater vor Allem auspikanten Sinnenkitzel, eine üppige Unterhaltung für Ohr undAuge suchte, fand die deutsch-gründliche Oper langweilig und un-genießbar. und die Ausnahme war daher einem förmlichen Fiasko
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