Druckschrift 
Der Ausdruck in der Musik
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

>3)

Der Ausdruck in der Musik.

53

oft genug beim Klavierunterricht vorgekommen, daß sich als derFehler, welcher gemacht wurde, wenn trotz der minutiösesten dyna-mischen Schattirung die Phrasen noch nicht plastisch heraustretenwollten, das zu sehr im Takt spielen herausstellte, d. h. daßdie Achtel oder die Viertel einander allzusehr in absolut gleichenZeitabständen folgten ein Fehler, der gewiß jedem Klavierlehrerbekannt ist. Daß die dynamischen Hauptnoten der Phrasen wie auchgewisse harmonisch bedeutsame Töne (Vorhaltstöne) etwas verlängertwerden müssen, wenn der Vortrag als ausdrucksvoll erscheinen soll,ist längst bekannt; weniger bekannt ist dagegen wohl, daß dasEnde jedes Taktmotivs eine ganz geringe Zugabe zumZeitwerth des Motivs verträgt und oft genug gebie-terisch fordert. Diese Zugabe ist entweder eine geringe Verlän-gerung der Schlußnote oder eine eingeschaltete kurze Pause. Derallzupräcise Einsatz der Anfangsnote des neuen Mottos verwischtdie scharfe Zeichnung; das gilt besonders bei sehr langsamem Tempo,wo die mögliche Zugabe schon ein allenfalls definirbarer Zeitwerthist, während bei schneller Bewegung die Gliederung in der Regeldurch die Bässe, überhaupt die Begleitstimmen deutlich genug ge-macht werden wird.

So erscheint nun der sechstheilige Takt als Unterdreitheilungdes zweitheiligen (H) in folgenden Formen (das Ende des Doppel-taktmotivs ist durch (( und das Ende des einfachen Taktmotivs durch )angedeutet):

-F-FB-B-B-

II

^_ (anbetont>

^-»B-M-FM-B-M

3 ^

»»F-F-F-

-B-F-

» » B

»-M-B

»B»-K-B-B!

i-L7 > ^

3 ^

, (inbetont)

» - - »-»-- » <

(abbetont)