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Der Ausdruck in der Musik
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Der Ausdruck in der Musik.

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Tönen sind die Exkursionen der schwingenden Körper in derselbenZeit größere, die Bewegungsgeschwindigkeit ist also gleichfalls ge-steigert. Der höhere Ton setzt größere Spannung voraus, verlangtalso wie der stärkere eine größere Kraftanwendung. Solche undähnliche Betrachtungen erweisen eine innere Verwandtschaft deransteigenden Melodie und des Lrssoeucko, der eine gleicheVerwandtschaft der Negation beider, der fallenden Melodie und destllmiiEnäo entspricht. Wir können gleich als drittes noch dieagogischen*) Schattirungen, d. h. die kleinen vorübergehenden Ver-änderungen des Tempos, das Strinoenäc» und ltitui'äuiiäo hinzu-nehmen, welche sich der Wahrnehmung direkt als vermehrte und ver-minderte Lebendigkeit darstellen. Steigende Tonhöhe, Lresosnckound 8trillA6iiclo sind Steigerungen, positive Entwickelungsformen;fallende Tonhöhe, Diminuendo und Ilitardando sind Verminde-rungen, negative Entwickelungssormen: es ist daher durchaus natür-lich, daß die, drei ersteren wie die drei letzteren zum Ausdruck der-selben Seelenbewegung, derselben Empfindung gebraucht werden undderen Intensität verstärkend Zusammenwirken. Ein geringes Antreibendes Tempos eignet der ersten Entwickelung eines musikalischen The-mas ebenso, wie ihr das Steigen der Tonhöhe und das Lreeoendoeigenthümlich ist; umgekehrt eignet der Wendung zum Schluß, demAusleben des Themas ein geringes Verlangsamen, das oft genug sobedeutend ist, daß es die Notenschrift nicht mehr ignorirt, sondernals wirkliches Ilitaräando fordert; gleichermaßen ist aber auch dasFallen der Tonhöhe und das Devroboendo für den Schluß charak-teristisch. Eine abschließende Stretta oder ein Ditardando zu An-fang eines Tonstücks sind seltenere Ausnahmesälle und natürlich stetsausdrücklich zu verlangen.

Steigung und Fall der Tonhöhe erweisen sich oft als der ersteAnhalt für die rechte Vertheilung der dynamischen und agogischenSchattirungen; wenn man auch damit schon ziemlich weit kommtund wenigstens ein allzu mechanisches Herunterspielen der Noten ver-meidet, so ist doch ein wirklich guter musikalischer Ausdruck damitdurchaus noch nicht gefunden. Vielmehr bestimmen, wie bereits an-gedeutet, noch mehrere andere Gesetze von gleich allgemeiner Giltig-

*1 Vom griechischen Bewegungsart, Tempo.